
Man kann von Samar tief runter in die Schlucht laufen und dann zur Chungsi-Höhle und in Syangboche wieder hoch. Uns war das etwas viel und wir entschieden uns zum Ein- und Ausstieg von Syangboche aus. Dafür fuhren wir ein Stück mit dem Auto und staunten, wie grün doch die westliche Seite von Mustang hier ist.



Dann kamen wir zum Bhena-Pass mit einem lustigen Schild:





In Syangboche ließen wir das Auto stehen und liefen alle zusammen incl. Fahrer Shankar los. Der Weg war beschrieben als ein bisschen steiler und insbesondere nach Regen etwas heikler, aber das war wohl eine alte Beschreibung – es führte eine Jeeppiste, die ein ganzes Stück lang sogar asphaltiert war, relativ nah an die Höhle hinab. Beim Rückweg begegneten uns sogar 2 Autos und 1 Moped.





Die Schlucht wurde immer enger und beeindruckender und man musste den Kopf arg in den Nacken legen um nach oben zu gucken. Dann ging es einen Abzweig nach wieder nach oben zu der Höhle. Die Chungsi Cave wird übrigens auch manchmal Ranchung Cave genannt. Chungsi heißt im lokalen Dialekt „natürliche Höhle“ während Ranchung tibetisch ist und „aus sich selbst entstanden“ bedeutet.


Sie liegt spektakulär oben in den Felsen. Es heißt, Padmasambhava hat hier meditiert und es sei ein starker Kraftort, wo es viele Felsformationen gibt, die symbolischen Gebilden ähneln. Man hat die Höhle etwas hergerichtet und auch Räume gebaut, wo ein Mönch residiert. Er bietet den Besuchenden Tee an und zumindest als wir kamen, wurden über Lautsprecher buddhistische Gesänge gespielt. Aber geredet hat der Mönch mit uns nicht.



Die Höhle selber ist spannend und dunkel und man kann dort etwas herumklettern. Und es gibt einen großen Altar mit einer Padmasambhava-Statue.






Dann konnte man noch weiter nach oben zu einer zweiten Höhle steigen. Auch diese war beeindruckend.



Ich hab das mit den Bildern nicht gut hingekriegt, man muss wirklich selber hin und dann kann man ordentlich staunen. Währenddessen hatte die Sonne schön geschienen und als wir dann aber wieder nach oben wanderten, verschwand sie wieder. An den Seiten gab es übrigens auch so Art Höhlen bzw. Unterstände – in die hatte man Pferche für die Tiere gebaut. Es lag nicht so wahnsinnig viel Müll herum, aber genug, dass man ihn aufsammeln konnte. und das tat Dipsan mit unserer Unterstützung.




Die Stimmung war OK, aber Shankar erwies sich als wesentlich gästeorientierter als unsere Guide. Dann fuhren wir weiter die Straße hinauf und hinunter und über langgezogene Kurven bis zu unserem Zielort Ghami.


Ghami ist ein größeres Dorf mit vielen Feldern drum herum und einem sehr großen Tierbestand. Kühe und Pferde kommen abends wieder in ihre Ställe.



Wir spazierten etwas durch das Dorf.






Hier sieht man, dass zu den drei üblichen Farben des Sakya-Buddhismus noch eine vierte dazu gekommen ist: gelb. Gelb gehört zu Ratnasambhava / Jambhala und symbolisiert Mehrung und Fülle, insbesondere von spirituellem und materiellem Wohlstand.
Außerdem haben wir auch noch ein Feld genauer beguckt: Hier wächst Buchweizen.


Der Ort hat nicht nur sehr viele Kühe und Pferde sondern auch Katzen.


Wir nächtigten in einem alten Haus und wurden in einem weiteren alten Haus verpflegt. Das sah beeindruckend aus, aber irgendwie nicht ganz so einladend.


Trotz Heizdecke hab ich nciht gut geschlafen und fühlte mich bedrückt. Auch beim Dorfrundgang war mir nicht so ganz wohl – ich kam mir vor wie eine geduldete Besucherin, der man zwar die freundlichen Grüße entgegnete, aber mehr auch nicht. Die Leute wirkten reservierter als wie ich es anderswo erlebt hatte. Es gab wenige Blickkontakte. Wir hatten uns als Westlerinnen meistens ziemlich allein gefühlt und wenig andere gesehen – hier war sogar eine ganze Gruppe untergebracht. Aber auch die grüßten kaum. Ich weiß auch nicht, was hier ein Haken war oder ob ich so seltsam drauf war. Zumindest Beate hatte es allerdings auch so empfunden. So ganz komme ich an Mustang bisher nicht ran. Die Landschaft lässt mich zwar ungemein staunen, aber die tief hängenden stetigen Wolken drücken mich etwas, der Leutekontakt ist auch eher holperig und die Guidesituation finde ich anstrengend. Wir hätten vielleicht doch gleich nach einem Ersatz fragen sollen, inzwischen erschien es zu spät.
Was mich zusätzlich belastete: das Asthma-Spray zeigte gute Wirkung und ich hatte keine Beschwerden. Bis auf den Abend in Ghami, da fing die Kurzatmigkeit schon wieder an. Und ich fürchtete, nie mehr über 3.500 m sein zu können. (Wir befanden uns konstant zwischen 3.600 und 3.800 m) Aber hier greife ich schon mal vor: meine Lungen beruhigten sich wieder. Und so schöpfte ich am nächsten Tag wieder Hoffnung.
Insgesamt jedenfalls spannend, das alles zu beobachten. Ob das nur ein Zwischentief war und ich mich wieder berappeln würde?