
Von Chhusang war es nicht mehr weit zur geteerten Straße und dann aus Upper Mustang raus. Das war wirklich interessant, wie die Landschaft zwar dieselbe blieb, aber sich der Blick verändert hatte nach den weiteren tollen Berglandschaften. Wir staunten immer noch, aber irgendwie war es „selbstverständlicher“ geworden.
Wir fuhren erstmal nach Jomsom, wo wir bei einem Museum hielten. Das war zwar nicht speziell Ekai Kawaguchi gewidmet, aber er kam drin vor und das war ganz schön interessant. Bei uns kennt man eher Alexandra David-Neel als erste Europäerin in Lhasa. Aber auch Japaner waren damals verboten und er erreichte die Stadt ebenfalls getarnt schon 14 Jahre vor ihr. Ekai Kawaguchi (1866–1945) war ein japanischer Zen-Mönch und somit einer der ersten Ausländer, die das damals für Fremde strikt verschlossene Tibet betraten. Er reiste 1897 aus Japan ab, um die ursprünglichen Sanskrit- und Tibetisch-Übersetzungen des buddhistischen Kanons (Tripitaka) zu studieren, da er Vermutungen hatte, dass die chinesischen Übersetzungen ungenau waren. Da die direkten Wege nach Tibet blockiert waren, verbrachte er zwischen 1899 und 1900 viel Zeit in Nepal, um Sprachen zu lernen und Routen zu erkunden. Verkleidet als tibetischer Mönch gelang ihm schließlich die Einreise nach Tibet, wo er fast zwei Jahre lang lebte und am Hofe des 13. Dalai Lama praktizierte, bevor seine Identität aufgedeckt wurde und er fliehen musste.
Das kann man im Eco Museum lernen. Und sich einige Exponate und Landkarten usw. angucken. Wird wohl selten besucht und ist jetzt auch kein „Knaller“, aber doch recht interessant. Und der Zettel oben hing auch da.


Außerdem kann man von oben gut die kleine Start/Landebahn vom Flughafen Jomsom sehen.

Nepal neigt offensichtlich auch dazu zu finden, dass die Menschheit mehr Trimmgeräte braucht. Und so waren auch hier welche aufgestellt. Ich frage mich: wer sollte die warum benutzen?

Dann fuhren wir weiter nach Marpha, was als evtl. Übernachtungsort in Frage kam. Unsere Guide war dagegen: es sei so wahnsinnig voll von ganz unangenehmen Indern! Ja, sie waren da, aber nervten nicht übermäßig. Marpha ist nicht nur wegen seiner Äpfel bekannt, die auch zu Brandy verarbeitet werden, sondern ist so herausgeputzt, dass es sich für viele als tolle Foto/Filmkulisse bestens eignet. Man kann sich in tibetische Tracht kleiden und in den weißgetünchten Gassen tanzen oder was weiß ich. Eine Stelle wird mit einem Hinweisschild als Tik Tok Street gekennzeichnet.



Es war ja keine Saison und die Yaks blieben verhüllt und ungenutzt.


Im Kloster hörten wir Puja, die auch per Lautsprecher über den Ort schallte. Also sind wir hoch und da war tatsächlich was in Gange. Wir saßen ein bisschen dabei und beguckten uns insbesondere die jüngeren Mönche. So als spezielle Gemeinschaft ist das immer wieder interessant – gerade mit dem Verhältnis der Kinder dabei. Es hieß, dass es eine Puja für einen Verstorbenen sei und im Vorhof saßen auch viele eher ältere Männer rum. Die Frauen waren eher in der Küche beschäftigt.


Wir wurden dann mit einem Hotel fündig und das war in mancher Hinsicht super. Bequeme Betten und so angenehme Temperaturen, dass das Schlafen mit offenem Fenster richtig schön war. Außerdem gab es eine Mitarbeiterin, die die Beste war. Voller Lebenslust lachte sie, erzählte mit uns, servierte alles freudestrahlend und verbreitete beste Laune. Überhaupt war es wieder so ein Ort wo man den Eindruck hatte, dass die Belegschaft ganz gerne hier und miteinander arbeitete. Ihr Bruder war der Chefkoch und fabrizierte die leckersten Burger, die ich in der ganzen Region gegessen hatte. Der Espresso kam mit einem Keks! Und sie erzählte auch ein bisschen, wer mit wem hier bekannt war usw. Und so zählte auch diese Unterkunft zu den Highlights.





Beim Gang durch das Dorf schauten wir auch in die örtliche Schule. In ein Gebäude konnte man rein. Wir waren nicht so sicher, ob es nun genutzt wurde oder nicht. Über einen Hof gab es nämlich weitere Räume um die Ecke, wo auch noch SchülerInnen aktiv waren. Leider war ihr englisch nicht so gut.




Leider hingen die Äpfel noch an den Bäumen und reichten nicht für einen Crumble.

In einem Laden entdeckten wir Bonbons nicht nur mit chinesischer sondern auch kyrillischer Schrift.

Das war es aus Marpha und nach einem besten Frühstück starteten wir nach Pokhara.

Wir staunten: die Sonne zeigte sich und wir sahen die Landschaft in einem ganz anderen Licht. So sah sie so schön aus, dass man sich vorstellen konnte, hier länger zu verweilen.


Aber wir hatten noch diese ganzen Erdrutsche vor uns und waren auch ein bisschen nervös dazu. Es gibt inzwischen zu viele Videos zu gucken, wo Berg auf Straße fällt.


Aber wir kamen gut durch alle ca. 10 heiklen Stellen. Und ich sinnierte etwas darüber, wie es sich hier lebt, wo diese Katastrophen von Erdrutschen, Monsunschäden und auch dadurch sterbenden Menschen viel geläufiger sind.
Das Wetter hielt sich und wir waren dann zum späten Mittag im heißen Pokhara. Verabschiedung von Guide und Sohn. Da mir alles mit denen unangenehm war, war ich tatsächlich froh, als das vorbei war. Shankar blieb uns noch erhalten, er wollte uns unbedingt noch die Gupteshwar Mahadev Höhle zeigen, weil wir uns so über die ganzen Höhlen auf der Reise gefreut hatten. Die war auch beeindruckend – allerdings konnte man nur 50% sehen, der Rest war wegen Monsun versperrt. Und man konnte drinnen keine Bilder machen, aber auf dem Gelände oben.




Dann verabschiedeten wir uns auch von Shankar. Er ist ein wirklich prima Fahrer – nicht nur bugsiert er einen sicher über die wilden Straßen sondern ist auch menschlich umsichtig, freundlich, fröhlich und engagiert.
Pokhara war weiterhin warm, aber am Abend angenehmer als auf der Hinreise. Und es schien uns auch voller. Ich erinnerte mich nicht mehr wirklich, wie es vor 3 Jahren aussah, aber diesmal fiel mir die Sauberkeit sehr auf. Zumindest in der Tourigegend waren die Straßen und Gehwege gesäubert und es lag kaum Müll rum. Ich schreib dazu im nächsten Blogpost noch was.
Aber erstmal sanken wir in unsere weichen Betten – am nächsten Morgen sollten wir früh raus für die Rückfahrt nach Kathmandu