
Viel habe ich die Tage nicht erlebt. Royal Enfield ist ja ein großer Gewinner im Ladakh Tourismus. Und sie nutzen das auch gut aus. In der Fußgängerzone sind diverse ausgefallenere Motorräder ausgestellt und sie machen Werbung für ihr Himalayan Basecamp.


Außerdem passierte etwas, wovon ich nicht mehr dachte, dass es noch kommen würde. Ich habe bei Flixbus ein Feedback eingereicht. Am 19. August. Am 1. September kam eine Antwort. Ich habe sie prinzipiell gelobt, aber kritisiert, dass der Schaffner den Müll einfach in die Landschaft warf. Ihre Antwort:
Hello Nana,
Thank you for reaching out to us.
We are glad to hear that your overall trip was excellent. However, we sincerely apologize for the behavior of our conductor. Throwing rubbish onto the road or landscape is completely unacceptable and goes against our company policies. It is our duty to protect the environment and keep our routes clean.
We take your complaint very seriously. Your message has been forwarded to our on-ground operations team for an immediate internal investigation. We will take strict action against the staff member involved to ensure this does not happen again.
Thank you for bringing this to our attention and helping us maintain our service standards. We value you as our customer and hope to provide you with a completely clean and professional experience on your next journey.
We appreciate your understanding and cooperation. If you have any further questions regarding our booking network, please do not hesitate to reach out.
Kind Regards,
Shem from Flix.
Ich habe keine Ahnung, ob da wirklich was passiert, aber ich bin trotzdem froh, es angemerkt zu haben.
Jemand hatte letztens angemerkt, dass es in Leh/Ladakh ja auch relativ sauber ausschauen würde. Das ist aber nur relativ.

Ich frustriere mich hier hauptsächlich mit meinem neuen Höhenasthma rum. Es will und will einfach nicht wirklich weniger werden. Kleinste Anstrengungen (wobei ich sie wirklich nicht so nennen mag, es sind so simple Aktionen manchmal wie ein Toilettengang) lassen mich schwerer atmen. Und im Gegensatz zum sportlichen Training habe ich hier nicht das Gefühl, dass es gut ist, die Lungen noch weiter auszureizen. Aber das ganze Ruhen macht ja auch zappelig. So bin ich dann zur Shanti Stupa gegangen, hab beim Aufstieg aber schon früh wieder aufgegeben. Dabei war es ganz hübsch.



Beim nächsten Versuch bin ich doch oben angekommen und war optimistisch gestimmt. Allerdings hielt es nicht so lange vor, danach atmete ich schon wieder schwerer. Oben auf Shanti Stupa war ich doch erstaunt, wie voll es ist. Ich dachte, die Inder-Saison ist vorbei. Oder es sind schon viele hier für den Ladakh Marathon, der tatsächlich viele Leute anzieht. Man sieht immer mehr Leute herumjoggen. Wie proppenvoll es in der Saison ist, möchte ich gar nicht so gerne wissen. Und es gibt so viele schöne Erinnerungen an die 90er-Jahre, wo man hier immer mit so wenigen Leuten hockte und Stille genoss.







Man sieht: die Atmung ist wirklich Thema Nr. 1 mit dem ich mich hier beschäftige. Und diesem großen Wunsch, doch so gerne nochmal wirklich wandern gehen zu wollen. Weil – das Wetter ist jetzt perfekt, nicht mehr so heiß wie im Sommer und nass schaut es trotz mancher Wolken auch nicht aus.
Ich bin dann nochmal auf einen Hügel im Süden mit einem Blick auf Leh. Und sinnierte darüber, wie sehr es sich doch alles verändert hat. Früher erschien einem Leh wie ein großes Dorf, jetzt schaut es wirklich nach Stadt aus.





Und der Palast thront gar nicht mehr so mächtig über allem, sondern wirkt schon fast unscheinbar.


Ich fotografiere ja meistens quer, aber ganz manchmal halte ich die Kamera (bzw. das Handy) auch anders herum.


Die Tage ist wirklich nicht viel passiert, sie verschwimmen sogar schon jetzt in der Erinnerung.

Wobei es natürlich auch schöne Momente gibt und gab. Ich habe eine Küche in meinem Zimmer und erfreue mich tatsächlich sehr am selber-kochen. Und die Kunst, Gerichte zu finden, wo man nicht so viele Zutaten und Küchenutensilien für braucht. Ich ging manchmal auf einen Schwatz hierhin oder dorthin, besuchte den Beauty Parlour, guckte mir die Leute in der Fußgängerzone an und hatte eben ruhige Tage. Und ich hatte Zeit für zwei ziemlich individuelle Reiseanfragen noch im Oktober. Hört sich wohl blöd an, aber ich finde mich tatsächlich ganz schön gut mit meinem Wissen, Schnelligkeit und guter Recherche bei Lücken. Schade, dass Indien immer sperriger wird und weniger Reiseanreize bietet. Man muss viel Nischen suchen. Die begeistern zumindest mich dann oft doch noch.
Und damit werde ich wieder etwas mehr die nächsten Tage verbringen.