
Den ersten Tag in Bundi habe ich nicht viel gemacht. Ich war 2010 schon mal hier und hatte den Ort als recht nett in Erinnerung. Das war er auch immer noch. Allerdings waren damals viel mehr westliche Reisende unterwegs, diesmal kaum. Ob sich alles nur noch mehr auf die Hauptorte konzentrierte?
Ich fühlte mich weiterhin etwas kränklich und lustlos. Aufgerafft habe ich mich zu einem Besuch des Raniji ki Baori. Der ist im Internet relativ bombastisch angekündigt und der Eintritt war auch dem auch eher würdig – die Realität entsprach dann allerdings nicht den Erwartungen. Es war schon hübsch, aber auch schnell besichtigt.
Raniji ki Baori
Ich war auch beim anderen Stufenbrunnen Dabhai Kund. Der war immerhin umsonst, aber dafür auch nicht sehr beeindruckend.
Dabhai Kund
Ich fand ein total nettes Lokal mit einem engagierten ruhigen Wirt, da habe ich sehr viel Zeit verbracht und mich meinen gesundheitlichen Jammereien hingegeben. Und ich habe mit meiner zur Wärmflasche umfunktionierten Trinkflasche im Bett herumgelegen. Resultat: am nächsten Morgen ging es mir wieder viel besser und außer einem leichten Husten hatte ich keine körperlichen Wehwehchen mehr.
heiße Zitrone
Ich hatte das große Fort in Bundi als eine der besten Forts in Erinnerung, da es dort noch nicht so zurechtgemacht und ursprünglicher war und somit mehr Raum für Entdeckungen bot. In meiner Erinnerung gab es entweder keinen oder sehr geringen Eintritt. Das war jetzt anders. Ich lernte, dass gerade Rajasthan zum 01.01.26 Eintrittspreise enorm angezogen hat – für indische Besuchende manchmal doppelt so viel, für westliche eher 3-4 x so hoch wie vorher. Man begründet es damit, dass man die Mehreinnahmen braucht um bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Zu sehen ist davon aber nicht viel. Ich denke, ich gehe auf das Geldthema im Tourismus eher nochmal im Blogpost mit den Nachgedanken ein.
Das Tahargarh Fort war weiterhin bombastisch, aber es wirkte nicht mehr so „entdeckungsfreudig“. Interessant war, dass ich beim Eintritt in einem Buch registriert wurde mit Nationalität – und auch meinem nächsten Reiseziel. Hier meine Bilder:
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Eigentlich gibt es einen Pfad vom Fort aus nach oben von wo man tolle Ausblicke hat. Aber der war gesperrt mit einem Wachmann davor. Man hat dort Tiger und Panther gesehen. Gefährlich, gefährlich. Schade, schade.
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Also ging ich wieder runter.
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Es gibt in Bundi eine relativ große Altstadt mit vielen Gassen. Zuerst ging ich kurz rein, traf auf eine Baustelle, durfte diese besichtigen (hier sollte ein neues Hotel entstehen) und sollte in einen Shop gelockt werden. Hat nicht geklappt. Ich ging statt dessen Mittagessen, wo ich 2 einzelreisende Herren aus Kolumbien und Frankreich traf, mit denen ich etwas plauderte. Danach zog ich los und entdeckte viel und machte viele viele Bilder.
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Ab hier hab ich nur noch mit dem Handy geknipst und kleine Filmchen erstellt. Das hat mir besser gefallen als immer eine Kamera vors Auge zu nehmen. Ich finde die unterschiedliche Farbgebung ziemlich interessant – in der Sonne gefällt mir die Kamera besser, im Schatten oder bei wolkig eher das Handy.
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Und dann kam ich zu dem großen Markt, wo ich mich ebenfalls herum tummelte. Ich habe ein paar Erbsen gekauft (esse ich zu gerne direkt aus der Schote) und einmal war es gefährlich, als 2 Kühe wild wurden und rücksichtslos durch die Gegend jagten, dass alle erschrocken wegsprangen.
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Auf dem Rückweg hab ich mich daran erinnert, dass ich mal eine Art Fotoserie anfing, wo ich kleine Geschäfte nebeneinander knipste. Diese Nachbarschaften, die ja oftmals seit Jahrzehnten existieren, faszinieren mich – und eigentlich würde ich gerne nochmal mehr darüber wissen, wie so deren Verhältnisse sind. Sitzt man immer allein in seinem Shop oder schwätzt man doch öfters, ärgert man sich übereinander oder lebt nur so nebeneinander her?
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Mit diesem langen Spaziergang war ich ziemlich froh, so gefällt mir Indien mit den vielen Entdeckungen aus dem Alltag und kleinen Begegnungen. Ich gucke und sinniere, wie wohl ein so anderes Leben hinter diesen Gemäuern ist.
Und am Folgetag zog es mich aber wieder weiter. So richtig gemütlich und entspannend fand ich es nicht zum weiteren Verweilen – und mir war auch immer noch zu kalt. Und ich fühlte mich tatsächlich etwas heimwehig und allein. Ich mochte eigentlich nicht mehr neue Eindrücke haben, Entscheidungen treffen, neue Leute kennenlernen usw. Andererseits war ich nun aber hier und es gibt ja immer genügend Sachen, die erkundet werden wollen, damit man besser für die Reisenden Bescheid weiß.