
Um einen bisschen anderen Einblick in das Leben Ladakh zu bekommen, hatten wir an einem Tag Manufakturen in Choglamsar auf dem Plan. Es gab immer eine Manistein-Hauerin, aber die war leider fort gezogen und niemand hat das übernommen. Jedenfalls haben wir niemanden ausfindig gemacht. Vielleicht war sie zu günstig und hat deswegen kein gutes Geschäft gemacht?
Zuerst steuerten wir Nawang an, der uns alles über Kaschmirwolle erzählte. Ich kenne ihn schon lange und war auch wieder begeistert, wie gut er erzählen kann. Blöderweise habe ich kein einziges Foto gemacht. Und über das Thema mag ich hier auch gar nicht mehr berichten, ich habe es schon zu oft getan.
Als nächstes ging es zu einem Thanka-Maler. Und das war eine Überraschung: es war derselbe, den ich mit einer Gruppe schon 2013 mal besucht hatte!
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2025:
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Er mal ausschließlich für Klöster, von denen er Aufträge bekommt. Üblicherweise mal er es auf eine Leinwand, die dann im Kloster an der Wand angebracht wird. Er hat auch eine Handvoll SchülerInnen. Neu ist, dass tatsächlich auch Frauen dabei sind – traditionell war das nicht immer so. Er zeigte uns viel zu den Pinseln und Farben und Vorlagen usw. Interessant – und ein sympathischer Mensch.
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Dann besuchten wir noch einen Holzschnitzer. Der schnitzte nur z.T., den anderen Tel erledigte eine Maschine/elektrische Säge. Da gab es direkt weitere Leute in der Straße, die mit solchen Arbeiten beschäftigt waren. Holzschnitzerei boomt ziemlich in Ladakh – mindestens die meisten Fenster werden mit tollen Rahmen dekoriert.
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Am Nachmittag gingen wir zum Men Tse Khang Institut für tibetische Medizin. Insgesamt war das ein netter Tag – aber komischerweise weiß ich weder viel davon zu berichten noch habe ich „tolle“ Bilder gemacht…..
Dafür ist abends noch Dolma gekommen mit ihrem wilden Sohn. Sie hat uns erzählt von dem Gegensatz Land- <-> Stadtleben mit den Traditionen bei ersterem, die oftmals einengen, ihrer neu ergatterten Lehrerstelle in einer Schule in Leh, die in den nächsten 5 Jahren die beste Schule Ladakh werden will und den Herausforderungen mit denen Mädchen in Bezug auf (sexuelle) Übergriffe zu kämpfen haben. Für mich nicht wirklich neu, aber es war ganz gut, darüber nochmal nachzudenken und auch die Gruppe zu informieren.
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Und damit der Post nicht so mini ausfällt, gibt es hier noch unseren letzten Tag in Ladakh dazu. Da sind wir nach Hemis gefahren, dem größten und reichsten Kloster. Klöster (der Mönche, nicht der Nonnen) haben immer viel Landbesitz gehabt, wo die Leute immer einen Teil ihrer Ernte abgegeben haben. Hemis hat darüber hinaus Besitz in der Hauptstadt und auch in Srinagar und wer weiß noch wo. Jedenfalls haben sie damit auch gute Mieteinnahmen.
Im Kloster selber waren nur ein paar wenige Mönche zu sehen, die aber uninteressiert an uns waren und auch keinen Tee anboten. Hier ein paar Bilder:
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Dann starteten wir zur Einsiedelei Gothsang, wobei wir je weiter oben desto weniger wurden. Am Ende war ich mit Dolma und 2 Leuten alleine. Der Himmel hatte sich zugezogen, aber wir wurden trotzdem belohnt. Einmal mit der Einsamkeit und Ruhe, kaum dass man mehr in den Bergen ist. Zum anderen gab es eine Herde Blauschafe. Und drittens waren oben 2 Mönche und die Meditationshöhle von Lama Gothsang offen. Und die 2 Leute haben sich gefreut, dass sie es geschafft hatten. Ich habe nicht so viel geknipst.
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Blauschafe
Jetzt fehlt aus Ladakh nur noch der Höhepunkt – und den gibt es im nächsten Blogpost!