
Nach Ankunft in Leh und 24 Std. ruhen ging es los auf Besichtigungstour. Für mich ist es eher ein gucken, was sich verändert hat und was gleich geblieben ist. Wir gingen zuerst durch die Altstadt zum Palast. Da war ich schon lange nicht mehr drinnen gewesen und so war es gut, die Neuerungen zu sehen.
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Spektakulär waren sie nicht, der Tempelraum war wie vorher und es gab 2 Ausstellungen, einmal über alle möglichen Orte/Klöster in Ladakh und einmal über die Renovierung des Palastes.
Tempelraum 1
Tempelraum 2
Am Nachmittag fuhren wir mit dem Auto zur Shanti Stupa und zum Tsemo Hill. Von dort kann man schön runtergucken und Leh im fahlen Winterlicht begucken.
Shanti
Tsemo Hill
Beim Klosterraum trafen wir zwei kleine Mönche, 10 und 13 Jahre alt. Sie waren aus dem Nubratal und gehörten zum Sankar-Kloster. Sie freuten sich über etwas Abwechslung und offerierten uns Buttertee.
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Dann fuhren wir zum Hotel und bereiteten uns für den Abend vor. Mit Feuerbällen sollten die Geister vertrieben werden und Losar starten. Am 24. September waren bei Demonstrationen (es geht hauptsächlich darum, dass sie den 6th Schedule fordern) 4 Ladakhis ums Leben gekommen (von der Polizei erschossen). 2 Tage später wurde Klimaaktivist Sonam Wangchuk festgenommen und in ein Gefängnis nach Jodhpur/Rajasthan gebracht. Er fällt unter dem strengen National Security Act, d.h. er darf bis zu einem Jahr ohne Kaution inhaftiert sein bis es zu einem Gerichtsverfahren kommt. Man wirft ihm vor, durch seine Reden und Aktionen Unruhen und Gewalt verursacht zu haben. Er und seine Anhänger sagen, dass er nie Gewalt befürwortet hat und er nur für politische Rechte eintritt (habe ich auch so wahrgenommen). Das belastet die Ladakhis sehr und feiern ist nicht so angesagt.
Da diese Diamir-Reise hauptsächlich auf den Losar-Feierlichkeiten basiert, hatten wir ein Problem. Die offizielle Ansage war erst kurz vorher, dass man die Losar-Traditionen durchführen müsse, aber die Feierlichkeiten dabei streichen müsse. Für diesen Abend bedeutete das erstmal, dass die Feuerball-Geisteraustreibung statt finden würde, anschließend aber nicht getanzt werden dürfe. Und so war es auch. Vor der Moschee und die Hauptstraße hatten sich die Menschen versammelt und die Jungs mit den Feuerbällen kamen den Palast hinunter gelaufen und schwenkten das Feuer die Hauptstraße hinunter.
Das war teilweise ganz schön gefährlich, da sie sich einen Spaß daraus machten, die Feuerbälle ganz nahe an die Zuschauenden zu schwenken. Einmal löste sich ein Ball und traf jemanden am Bein, einmal wurde jemand am Kopf getroffen. Nicht schön, aber nichts gravierendes passiert. Hier sind meine Bilder dazu:
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Danach schmissen Leute Böller herum, was auch bisschen gefährlich war und unschön. Andauernd musste man aufpassen, wo einer geflogen kam und dann knallte es zu laut. Irgendwann beruhigte es sich ein bisschen und das Feuer wurde angezündet und laut „Kiki Soso Lhar Gyalo“ gerufen und dann gingen wir, weil eigentlich nichts mehr los war.
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Die Infos, was nun genau statt findet und was nicht, kamen leider immer erst spät und so mussten wir viel umarrangieren. Für den nächsten Tag war eigentlich den ganzen Tag Losarfeierlichkeit angesagt, aber es war alles bis auf eine kurze Zeremonie in Choglamsar gestrichen.
Was gab es nun statt dessen? Siehe nächsten Blogpost!