

Der Morgen war zwar feucht von der Nacht, aber prinzipiell nicht schlecht. Und so starteten wir nach einem lecker Frühstück frohgemut zu einer Wanderung zur Rinchen Sangpo Cave. Allerdings legten wir zuerst noch einen Stopp im örtlichen Bön-Kloster ein. Dort gab es einen Mönch, der alle Rituale machte und ansonsten in normaler Kleidung bei seiner Familie in der Lodge und Landwirtschaft half.



Ich krieg die Unterschiede von Bön-(Kloster) zu Buddhismus-(Kloster) überhaupt nicht hin und kann es bisher nur an kleinen Äußerlichkeiten festmachen wie dass man Umrundungen usw. immer gegen den Uhrzeigersinn macht und die Mönche ein Blau in ihrer Kleidung haben. Außerdem legt man mehr Wert auf Harmonie mit Naturgeistern, Ahnenverehrung und Orakelrituale. Tibetischer Buddhismus und Bön haben jedenfalls relativ viele Ähnlichkeiten – man könnte Bön auch als eine weitere Ausrichtung ansehen. Im Kloster hatte es den Klosterbegründer und einige sehr alte Statuen und Gebetsmühle.




Der Mönch war in jungen Jahren nach Solan in Indien geschickt worden, wo er im Kloster gelernt hat. Dann hat er noch weiter studiert und ist nun wieder zurück und kümmert sich um sein Heimatkloster.

Dann sind wir zur richtigen Wanderung gestartet. Es ging durch das Dorf, einen Wald etwas bergan, wieder hinunter zu einem Fluss mit Brücke und dann ein bisschen steiler nach oben an einer Stupa vorbei. Die Höhle liegt ziemlich spektakulär in beeindruckender Landschaft und die Wanderung war prima.






Bei der Höhle wurde es sehr spannend. Wie wild kam Wasser runtergeschossen und machte den Zugang extrem rutschig während von oben auch noch das Wasser runterkam. Das war voll heikel dort hinzukommen, aber wir haben es alle bewältigt. Mit fotografieren war da nicht viel.


Zur Höhle heißt es: Sie gilt im tantrischen Buddhismus als heiliger Ort der perfekten Vereinigung männlicher und weiblicher Urkräfte (Yab-Yum). Im mystischen Inneren der Felsgrotte symbolisieren die festen Gesteinswände die männliche Methode, während das stetig fließende Quellwasser für die weibliche Weisheit steht. Besonders eindrucksvoll sind die natürlich entstandenen Stalagmiten und Stalaktiten (Rangjung), deren Formen verblüffend an männliche und weibliche Anatomie sowie gehirnähnliche Strukturen erinnern. Für Pilgernde verkörpert dieser Treffpunkt der beiden Polaritäten eine tiefgreifende Quelle von Fruchtbarkeit, geistiger Verwandlung und Erleuchtung. Für mich Banausin hatte es eher weniger Wirkung und meine hohen Erwartungen waren etwas enttäuscht. Ich hatte mir eine große begehbare Höhle vorgestellt, es war aber nur ein rutschiges kleines Höhlenloch.

Aber durch die beeindruckende Landschaft und das gefährliche Schliddererlebnis war die Wanderung doch absolut lohnenswert. Wir sind dann wieder runter und bei der Familie vom Bön-Mönch eingekehrt, wo unser Fahrer Sankar bei der Essensvorbereitung half.





Es hat uns dort gut gefallen. Gemütlich, interessant und freundlich. Und wir haben gelernt, dass hier Dreharbeiten zur nepalesischen Serie Kabbadi statt gefunden hatten.

Dann stiegen wir ins Auto und fuhren nach Tukuche zu einem eher seltener besuchten Sambha Kloster mit einem Mönch mit sehr freundlicher positiver Ausstrahlung. Er war alleine da (es ist üblich, dass nur ein Lama rotationsweise das Kloster betreut und die Rituale macht), aber während des Maskenfestivals kommen lauter Mönche um die Tänze aufzuführen. Er ist noch recht jung, hat im Süden Indiens im Namdroling Kloster studiert und ist jetzt hier und wird auch die Maskentänze lernen.




Wir haben Räucherstäbchen angezündet und waren sehr zufrieden mit diesem Besuch.

Dann ging es weiter die Straße hinauf. Asphalt und Rumpelstrecke wechselten sich ab. In Jomsom haben wir Kaffee und Kakao getrunken.



Die Landschaft wurde karger, aber die Wolken blieben. In Kagbeni wurden wir quasi von einem Mönch auf einem Trimmgerät begrüßt.

Unsere Guide steuerte auf eine Unterkunft (Jonny Cash heißt sie) zu, aber wir mochten dort nicht sein. Und so haben wir ein bisschen herumlaufen müssen bis wir etwas fanden was uns besser taugte. Einiges hatte leider gerade für Renovierungen geschlossen.
Es ist alles ein bisschen schwierig – Guides und Fahrer bekommen in manchen Etablissements (Restaurants und Unterkunft) ihre Sachen umsonst, wenn wir dort auch speisen/schlafen. Leider sind das nicht unbedingt die Örtlichkeiten, die uns gefallen und so ist es nicht immer einfach. Unsere Guide klagt dann manchmal, dass sie Sachen von ihrem Gehalt zahlen muss – wo sie sowieso schon alles mit ihrem Sohn teilt, da für uns 3 Leute eigentlich nur ein/e Guide erforderlich ist. Aber bisher haben sie dann doch noch Glück gehabt. Ich finde das System jedenfalls etwas reisebelastend. Alternative ist wohl, dass man quasi alles pauschal bucht und dann damit leben muss, dass einem von anderen die Unterkünfte usw. vorgegeben werden.