
Ach ist das schön, wenn man vom morgendlichen Bett so einen Ausblick hat. Und eine nette Spiegelung gab es auch noch.

Zu dem Nonnenkloster Chulichan ging es erstmal eine Schotterstraße hinab. Dabei mussten wir mehrfach für Bilder stoppen.






So viel Gestein – und zwischendrin die schönen grünen Oasen.

Man hatte eine Straße zwischen Yangthang und Chulichan/Rizong gebaut, aber die war im Vorjahr kaputt gegangen, als sich zu viel Wasser nach unten wälzte. Das ganze Tal war noch von Zerstörung gezeichnet und zumindest momentan gab es keine Bautätigket um die Straße wieder herzustellen. Man musste also an den Seiten herumklettern, was auch Leute vorher gemacht hatten. Und manchmal war es nicht so 100% klar, ob da nicht noch was runterkommen würde. Wobei ich vermute, dass die Gefahr wegen anhaltender Trockenheit eher gering war. Jedenfalls war das Tal ganz schön kaputt.




Dieses Gehöft gehört zu Chulichan und früher haben hier auch noch zwei alte Nonnen gelebt, bei denen meine Reisegruppen zum Tee eingeladen wurden. Jetzt liegt das schon lange brach.

Chulis sind Aprikosen und vor dem Kloster gibt es massig Aprikosenbäume. Da kommen immer Leute vom Dorf um die abzuernten. Um die Ecke ist das große Kloster Rizong. Wir waren nicht da, weil ich da schon zu oft in der Vergangenheit war. Aber dieses Kloster bestimmt immer noch ziemlich das Leben drumherum. Die Leute in Yangthang müssen noch ca. 30% ihrer Ernte abgeben. Bei anderen Verdiensten wie Homestays findet man offensichtlich Kompromisse je nachdem wieviel die Leute verdienen.
Chulichan wurde früher nur ausgebeutet und die Nonnen als Arbeitskräfte eingesetzt. Ani Tenzin Palmo hatte sich seit den 1990er Jahren stark dafür eingesetzt die Situation der Nonnen zu verbessern. Das Oberhaupt des Rizong Klosters, Sras Rinpoche, kümmerte sich anfänglich nicht um die Nonnen, schwenkte aber irgendwann um und unterstützte Ani Palmo und die Nonnen. Er war das geistige Oberhaupt des Gelugpa Ordens von Ladakh und starb 2022 mit 94 Jahren. Inzwischen hat man seine Reinkarnation gefunden – und zwar in Südindien als Sohn einer exiltibetischen Familie. Diesen Sommer war er in Ladakh als auch der Dalai Lama hier war.
Aber zurück zu den Nonnen. Sie hatten viele neue Gebäude mit auch einer kleinen Schule. Allerdings waren kaum welche da, sie waren alle zu einer Fortbildung oder so. Aber es gehören inzwischen 50 Nonnen zu diesem Kloster. Wir haben uns mit einer unterhalten (sie ist aus Hemis Schukpachen), ihr von unseren gebratenen Momos angeboten und wurden im Gegenzug zum Mittag eingeladen.


Kurz davor kamen noch 3 Leute: ein Brite (oder Franzose?) eine Frau aus Leh und ihre Mutter, die Lehrerin ist. Die Frau führte für eine Organisation Interviews durch und zwar zu indigenen Essgewohnheiten. Hier ging es um Tsampa/Gerste und so wurde auch Rinchen interviewt und ich durfte dann auch was sagen. Interessantes Thema.


Das war eine interessante Überraschung und wir plauderten noch weiter mit ihr, ihrer Mutter und dem Ausländer über Veränderungen in Ladakh.
Da ich keine Lust auf den Rizong-Abstecher hatte, sind wir einfach wieder nach oben gegangen. Was schön war: wir hatten die ganze Zeit was zu erzählen und es ging auch etwas in die philosophische Richtung. Bei mir regt sich ja immer schnell ein Widerstand bei Glauben/Religionen, insbesondere der christlichen. Ich hoffe, ich war nicht zu vehement.

Oben erwarteten uns schöne Wolken – und neue Gäste. Diese waren zuerst etwas seltsam abweisend, so dass ich mich schnell zu Angchuk in die Küche flüchtete und etwas mehr über die Herstellung von Tingmo lernte. Zumindest in der Theorie – ich habe nämlich nicht verstanden, warum sein Teig so viel fluffiger ist als meiner. Er hat noch getrockneten Bockshornklee eingearbeitet – eine gute Idee. Ich hab das aber alles nur gefilmt. Daheim muss ich das unbedingt nochmal ausprobieren. Und das Essen wurde dann quasi per Buffet serviert.

Ein schweizer Paar hatte Fahrer und Guide dabei. Der Guide hat ihnen nach dem Essen eine lange Lektion über Buddhismus insbesondere mit Karma und Lebensrad erzählt. Ich glaube, ich muss manchmal doch mehr Mäuschen sein, wie lokale Guides eigentlich Buddhismus erläutern. Ich habe so eine Ahnung, dass da mehr Theorie erzählt wird als es auf die alltägliche Lebenswirklichkeit zu beziehen.
Der alleinreisenden Elsa aus Frankreich haben wir angeboten, am nächsten Tag mit uns zusammen zu wandern. Das war eine ziemlich gute Idee. Aber davon erzähl ich im nächsten Blogbeitrag mehr.