Delhi -> Manali – Indiengrummel und ein Flixbuserlebnis

14. – 17. August 2026

 

 

Nachdem ich Ute und Beate am Flughafen Kathmandu verabschiedet hatte, war ich nun wieder erstmal allein. Das ist zuerst immer etwas komisch und mir geht es auch nicht super dabei. Indien empfing gleich wieder mit Grund für Grummeleien.

 

  • Der Schalter für bereits bestehende Visa war sehr dünn besetzt und ein Passagier wurde ewig durchgecheckt und dann verschwand der Beamte mit ihm und man musste warten und warten, weil auch der andere furchtbar viel checkte (was gibt es denn groß zu checken, wenn die sowieso schon alle Daten da haben?) und so kam ich als letzte zum Kofferband und alle waren schon weg, aber glücklicherweise stand meine Tasche noch da
  • Meine SIM-Karte funktionierte nicht mehr, obwohl bis nach dem 20.8. bezahlt. Da musste ich dann nachmittags los zum Airtel-Shop und die junge Dame probierte hier und machte dort und war ratlos – aber am Ende hatte sie das Problem gelöst und es ging alles wieder
  • Es war warm und schwül und dann regnete es wie verrückt und die Straßen standen unter Wasser und ich wurde trotz Schirm nass. 30 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit finde ich sehr doof
  • Ich hatte schon wieder Vorfreude und Erwartung auf ein ganz feines Hotelzimmer zum halben Agenturpreis, also 35 statt 70. Teuer genug. Ich stellte mir vor, der bequem rumzulungern und am Laptop Sachen zu machen. Das Zimmer war aber gar nicht schön sondern mit Sicht in einen Schacht statt nach draußen. Für Draußensicht hätte ich viel mehr zahlen müssen. Das wollte ich nicht und fand den Preis sowieso zu hoch.

Und dann konnte ich nochmal wieder darüber nachdenken, dass mir diese Reise voll zu sein scheint mit enttäuschten Erwartungen. Frustriert ging ich in ein feines Café und hatte Salzkaramell-Käsekuchen mit einem Espresso – war lecker, aber 8,- sind schon ganz schön viel. Drinnen Fotoverbot.

 

 

Sollte man zuviel Geld haben und dauernd diesen Köstlichkeiten verfallen, lockt nebenan ein anderes Etablissement:

 

 

Gesundheitschecks waren für mich nicht mehr angesagt, ich probiere es weiter mit Asthmaspray und Nasenbefeuchter.

 

Am nächsten Tag habe ich Ashfaq und Shahid getroffen von einer Partneragentur. Das war sehr nett, aber es gab einen weiteren Dämpfer: ich wollte eigentlich den Oktober in Kaschmir verbringen und dort trekken. Aber was ich nicht mitbekommen hatte: das ist verboten oder braucht schwierige Genehmigungen. Ist wohl alles noch wegen der Anschläge in Pahalgam im Vorjahr. Jetzt weiß ich gerade nicht wirklich, was ich im Oktober machen soll.

 

Indien hatte Independence Day, aber ich hab davon nicht viel mitbekommen außer ein erhöhtes Fahnenaufkommen.

 

 

Ich habe jedenfalls meinen Aufenthalt in Delhi abgekürzt und mir einen Bus nach Manali gebucht. Ist immer noch die einfachste Strecke nach Leh. Aber zuerst noch ein Foto von meinem Mittagsessenslokal – Indien schaut an diversen Orten nicht mehr so indisch aus.

 

 

Seit einiger Zeit hat Flixbus in Indien Fuß gefasst bzw. genauer gesagt ist man im Februar 2024 in Nordindien gestartet. Dabei gilt das „Asset-Light“-Modell: Das Unternehmen betreibt eine eigene digitale Buchungsplattform, übernimmt Netzplanung, Marketing und Kundenservice, während lokale indische Busunternehmen die Fahrten durchführen. Die Busse sind als Flixbusse angemalt worden und die Mitarbeitenden am Bushof tragen alle Flixbus-Shirts.

 

 

Nur die Kooperativ-Firma ist oben am Bus noch zu sehen. Das ist schon sehr spannend. Im Mai hatte ich was über die Buchungsplatform redBus gebucht, jetzt also Flixbus. Und von der Orga her hat Flixbus bisher die Nase vorn – sehr leicht bedienbar und ich bekam dann immer viele gute Infos per Whatsapp (und Mail). Das war vorher etwas schwieriger und ich musste dem Busfahrer viel hinterher telefonieren. Diesmal kam mein Bus pünktlich 15 min vor Abfahrt an und war sofort erkennbar. Bei der Buchung bzw. Sitzplatzwahl gibt man übrigens an, ob man männlich oder weiblich ist, damit man nicht neben einem Unbekannten mit anderem Geschlecht sitzt. Finde ich sehr angenehm. Zu den Flixbusplänen sagt die KI: „Flix plant, Indien gemessen am Passagieraufkommen bis 2030 zum größten Markt der gesamten Gruppe auszubauen und Europa in den Schatten zu stellen.“ Wichtig sind ihnen neben der guten Buchbarkeit auch Standards bei Hygiene, Pünktlichkeit usw. Ich neige jedenfalls schon mal dazu, sie wieder zu nutzen.

 

Der Bushof war wieder sehr voll und wuselig und heiß und ich schwitzte ziemlich.

 

 

 

Dagegen war mein Bus kühl, sauber, neu – und leer. Selten stiegen Menschen ein und aus und so waren wir ca. nur 10 Passagiere. Viel Platz auf dem bequemen Zweiersitz, den man sehr weit verstellen konnte.

 

 

 

Ich hatte einen sehr späten Bus gebucht (22:45 Uhr Abfahrt), was tatsächlich schlau war. So verging die Nacht schneller und ich habe sogar bisschen geschlafen. Am Rastplatz gab es viele weitere Flixbusse und einen Gorilla. Was für ein mieser Job in dieser Hitze! Der musste hin und her tappern und diente als Fotomotiv.

 

 

 

Ich hatte seit Mustang nicht mehr so viele Fotos gemacht, aber beim Frühstücksstopp überkam mich wieder die alte indische Fotolust:

 

 

 

 

 

 

Allerdings litt ich auch – seit 4 Jahren hatte wieder einen Migräneanfall. Und wusste nun, warum ich immer noch Migränetriptantabletten dabei hatte. Es war nicht so superschlimm, aber ich war sehr froh, als die Tablette wirkte.

 

Außerdem wurde ich wieder gewahr, was für ein elendes „Hundeland“ Indien ist – da waren schon wieder so viele, die herum strolchten.

 

 

 

Ansonsten war das Wetter erstaunlich nett anzusehen und bei der Fahrt durch die Berge wurde ich etwas fröhlicher.

 

 

 

 

Bei Ankunft in Manali war ich tatsächlich als einzige Passagierin übrig geblieben. Es war von Sonntag auf Montag, da fuhren wohl sowieso nicht so viele in Ferienregionen. Aber vielleicht zurück? Weil es sich ansonsten finanziell doch so gar nicht lohnt. In Manali war extrem viel weniger Tourismus als im Mai und auch sehr viel weniger Verkehr. Man stand nirgendwo im Stau!

 

Ich steuerte Old Manali an – da hat es auch im Monsun wohl die beste Infrastruktur. Und wähne mich bisher fast allein unter Israelis. Unterkunft fand ich in einem Guesthouse, wo ich früher immer oft und lange war. Mitten in Old Manali und nur zu Fuß erreichbar. Allerdings wird es gerade zugebaut.

 

 

Old Manali war im Ortskern bisher immer noch dominiert von Familien, die der Land- und Viehwirtschaft nachgingen mit eher kleineren Unterkünften dazwischen. Inzwischen wird hier aber auch so mächtig gebaut, dass der Charakter voll im Wandel ist. Mir scheint gerade, dass ich jetzt im Monsun quasi noch einen letzten Hauch Old Manali erwische, wenn ich auf schmalen Pfaden vielen Kühen ausweichen muss und traditionell gekleidete Frauen Wäsche waschen oder sonstwas machen.

 

Der heftige Regen kam dann aber doch noch. Und Raju, mein Guide vom Mai. Plan: 2 Tage jeweils kleinere Touren machen (und schauen, was mein Körper und der Monsun so machen), dann kommt Markus aus Ladakh für 1,5 Tage, wo wir alte Bekannte treffen wollen – und dann mal schauen.  So langsam bin ich wieder etwas optimistischer. In Delhi hab ich tatsächlich schon überlegt, ob ich früher wieder heim reise und habe nach Flugpreisen geschaut. Jetzt denke ich: eines nach dem anderen.