Goluboi – Sanatorium, InderInnen und Siberian Wellness

07.04.2022

 

Wer kommt schon auf die Idee, auf einer Reise nach Kyrgyzstan ein Sanatorium zu besuchen? Zumindest Lothar und Bettina. Und nun auch ich. Beide waren auf ihren jeweiligen Reisen dort und legten es mir ans Herz, das ebenso in meine Reise einzubauen. Es wäre ein unvergleichliches Erlebnis der besonderen Art. Während dieses wunderbaren Wetters kam es mir weiterhin seltsam vor, aber auch Rakhat und seine Mutter fanden die Idee nicht schlecht – und so buchte ich den Mindestaufenthalt von 3 Nächten in Goluboi.

 

Goluboi ist die größte und legendäre Sanatoriumsanlage in Kyrgyzstan und zehrt von vergangenen Sowjetzeiten, wo ein reges Treiben von heilsuchenden Menschen herrschte. Bei meinem Aufenthalt war nur ein Mini-Bruchteil davon dort. Goluboi heißt übersetzt helles blau – passend zur Farbgebung des größten Gebäudes.

 

Größtes Gebäude

 

Dieses Gebäude war allerdings nicht in Betrieb. Die Gästeschar verteilte sich im weißen Gebäude (siehe oben) und ich bekam sogar das beste Zimmer: eine Suite mit rotem Sofa und einem Balkon.

 

Suite

 

Blick vom Balkon

 

Aber nochmal zurück zum Anfang. Was ein bisschen schwierig ist, ist dass kaum jemand englisch spricht. So habe ich die Buchung per Whatsapp mit einer Dame gemacht, die gar nicht vor Ort war. Ich kam an, die Rezeption hat  mir noch ein bisschen was auf englisch erzählt und mir 2 kleine Zettel und ein Behandlungsheftchen in die Hand gedrückt. Und dann stand ich draußen auf einem großen Gelände und guckte mich erstmal ratlos um. Ein Inder mit seinem Kumpel kam zur Hilfe geeilt. Das war gut, wo ich hin musste war recht weit weg und ich hatte anfänglich Orientierungsschwierigkeiten mit nur kyrillischen Wegweisern. Der Inder sei hier wegen seiner Ausbildung zum Arzt und stammt aus Gujarat. Ich musste lachen, dass ich gleich einem Inder über die Füße stolperte. Und staunte, als ich später noch mehr von denen sah. Irgendwann schien mir, dass auf dem Gelände mehr InderInnen seien als Kurgäste.

 

Cricket spielende Inder

 

Wo auf den Toiletten solche Schilder hängen, können InderInnen nicht weit sein

 

Und dann kam ich zu einem Gebäude, welches mir alles klar machte mit den InderInnen: eine international school for medicine! Alle hier zum studieren! (Scheint auch keine anderen Lernenden dort zu geben). Das ist auf dem Gelände und auch die Hostelunterkünfte. Sie lernen hier eifrig und scheinen sich auch gut zu amüsieren – es gab so einige Liebespaarungen zu beobachten.

 

Medizinschule

 

Das Angebot für einen Goluboi-Aufenthalt ist sehr günstig – für ca. 50 Euro bekommt man 3 Nächte mit allen Mahlzeiten, 1 Arztbesuch und 5 Anwendungen incl. Die ÄrztInnen sind allerdings nur vormittags da und so musste ich auf den nächsten Tag warten.

 

Dafür ging ich runter an den Strand.

 

Strand

 

Wirklich viel los war da auch nicht. Egal. Ich erklomm einen Sprungturm und schaute herunter.

 

Sprungturm

 

Herumliegender Mensch

 

Andere Strandseite

 

Schatten und Linien

 

Dann zog ich meine Schuhe und Socken aus und machte einen Strandspaziergang. Voll schön mit den nackten Füßen im Sand und manchmal im Wasser (war mir wirklich zu kalt zum Schwimmen – außerdem wäre ich die Einzigste gewesen). Auch andere spazierten eher allein umher oder hockten rum.

 

Spazierender

 

Sitzender

 

Eine mir entgegenkommende jüngere Frau sprach mich an. Woher ich käme usw. Ihr Name sei Jule und sie sei aus Russland. Sie ist mit ihrem Sohn hierher gekommen und sie wohnen jetzt hier. Gab wohl private Schwierigkeiten daheim. Sie habe großes Glück, sie würde online arbeiten und das könne sie ja von überall. Was denn genau? Sie sei für eine Firma tätig, die weltweit Produkte verkaufen würde im Gesundheits- und Schönheitsbereich. Siberian Wellness würde die heißen. Sie bekäme Provision für jede Empfehlung. Das war der Zeitpunkt, wo ich mich lieber verkrümelte.

 

Noch ein Blick auf de blauen Issyk Kul

Issyk Kul

 

Ich war sehr gespannt, was mich am nächsten Tag erwarten würde. Und das gibt es dann im nächsten Post zu lesen.