Kerala: Thiruvananthapuram – Sonnenbrille nicht erlaubt

16. Dezember 2025

 

 

Ich hatte noch einen ganzen Tag in Trivandrum – und da ich den Taxifahrer recht nett fand, bat ich ihn, mich herumzufahren und Sachen zu zeigen. Der Taxifahrer heißt Asif und ist Moslem. In Kerala gibt es drei Religionen: etwas über 50% Hindus, etwas über 25% Moslems und etwas unter 20% ChristInnen. An einer Kreuzung in Thiruvananthapuram kann man Kirche, Moschee und Hindu-Tempel ganz nah beieinander sehen. Das verdeutlicht für viele, wie harmonisch hier die Religionen miteinander auskommen. Asif jedenfalls findet auch, dass diese Harmonie in Kerala besonders ist. Er hat eine Frau und einen 4jährigen Sohn und fährt Taxi um sich mehr Geld zusammen zu sparen um noch zu studieren. Er hat als Maschinist auf Schiffen gearbeitet und würde sich da gerne noch mehr bilden. Ich finde ihn einen sehr angenehmen freundlichen Menschen, der mich am Ende der Tour sehr überraschte. Wir hatten mein Handy mit seinem Autolautsprecher verbunden und ich spielte ihm Musik vor und er versuchte, die Sprache zu erraten. Ich habe nämlich ziemlich viele verschiedene in meiner Playlist. Und dann kannte er Firkin, eine Band aus Ungarn, wo ich dachte, dass die schon bei mir kaum jemand kennt. Und dann hier in Indien! Er liebt Musik und Spotify hat sie ihm mal vorgeschlagen und das hatte ihm gut gefallen.

 

So, jetzt aber zu den Besichtigungen. zuerst ging es zum Tempel Sree Padmanabhaswamy. Er ist sehr groß und bedeutsam, aber nicht-Hindus dürfen nicht rein. Auch vieles anderes darf nicht rein, wie sich dieser Verbotstafel entnehmen lässt:

 

Sonnenbrillen nicht erlaubt

 

Tempel

 

Tempelsee

 

Leute vor Tempel

 

Wir waren da aber nicht nur hingefahren, um von außen zu gucken, sondern weil es dort auch ein Museum und eine Kunstgalerie gibt und beides war viel sehenswerter als ich mir vorgestellt hatte. Das Museum zeigt die Geschichte der Maharajafamilie von Travancore und deren Einfluss auf Kunst, Kultur und Politik. Die Kunstgalerie verfügt über viele Fotografien aus der Vergangenheit, insbesondere aus der britischen Kolonialzeit. Außerdem sind in einem Raum ganz besondere „Gemälde“. Auf einer flachen, scheinbar wirr verzerrten Malfläche steht ein polierter Spiegelzylinder; erst in dessen Oberfläche setzt sich das Bild zu einem klar erkennbaren Gesicht zusammen. Das Werk spielt bewusst mit Täuschung und Erkenntnis und verwandelt das ungeordnete Umfeld durch den Spiegelblick in ein präzises Porträt. Sowas hab ich noch nie gesehen gehabt und es hat mich sehr zum Staunen gebracht. Man hätte sehr viel Geld für Fotografie bezahlen müssen und ich habe darauf verzichtet. Von daher keine Bilder, aber eine Besichtigungsempfehlung.

 

Nach dem Mittag fuhren wir zu einem Gebiet südlich, wo man eine Backwater-Tour machen könnte. Ich hatte mir eine angenehme Alternative zu den berühmten Backwaters bei Alleppey vorgestellt, aber es war nicht ganz so. Es war auch hier ziemlich voll (allerdings fast nur InderInnen) und etwas pummelig. Aber Teile waren auch nett und es gab schöne Natur und diverse Vögel zu sehen. Hier ein paar Bilder:

 

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Es gab einen schmalen Sandstreifen zwischen Fluss und Meer und da hielten alle Boote (außer meines) und es gab so seltsame Angebote wie einen Kamelritt.

 

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Der Tag war sehr bedeckt, aber dann kam noch ein bisschen die Sonne raus:

 

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Asif

 

ich

 

Und dann fuhren wir noch zu zwei riesigen Shiva-Statuen. Die eine finde ich vom Motiv her schon sehr speziell:

 

Lingam und Shiva

 

Die andere war am Meer und total beliebt zum Fotografieren. Ich habe auch viele Bilder gemacht:

 

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Dann gab es ein bisschen Sonnenuntergang am Meer.

 

mit Mensch

 

ohne Mensch

 

Dann fuhren wir wieder zurück, ich fiel ins Bett, stand am Morgen wieder auf, ließ mich zum Flughafen fahren, flog nach Delhi, fuhr zum Hotel, packte meine Sachen um, schlief ein bisschen, fuhr wieder zum Flughafen, holte meine nächste Diamir-Reisegruppe ab und dann flogen wir nach Ladakh. Ein Temperaturunterschied von fast 30°C.

 

Und damit geht es im nächsten Blogpost weiter.