Kota – Der Aussichtspunkt kostet zuviel

12. – 14. Januar 2026

 

 

Ein Kumpel hatte mir die Gegend südlich von Bundi empfohlen – und somit bin ich erstmal nach Kota aufgebrochen. Das ist nur eine Busstunde entfernt. Indien hat sich ja schon total auf digitales Bezahlen umgestellt, sogar den Teeverkäufer hält man sein Handy hin – nur im Bus nicht. Da hantieren die Schaffner immer noch mit großen Geldbündeln. Aber das Ticket druckte er auf einer kleinen Maschine.

 

Schaffner

 

Kota ist auf der touristischen Landkarte eher nicht erwähnt. Es ist eine Millionenstadt, die sehr modern daher kommt. Jedenfalls Teile davon. Es gibt sehr breite große Straßen und nicht viel Verkehrschaos (zumindest wo ich war). Es ist eine Studentenstadt und bekannt für Industrie (Textilien, Naturstein und Chemie). Es gibt so einige Hotels, die wirken erstmal alle wie Business-Hotels. Und ich habe in den Tagen tatsächlich kein anderes westliches Gesicht gesehen.

 

Straße

 

Ich hatte mich in ein besseres Hotel eingemietet, das war für mich sehr angenehm. Es war warm und sauber und hatte bestes Frühstücksbuffet und sehr viel sehr nettes Personal, darunter viele junge Frauen. Aber irgendwie war es auch komisch, so ein großer Klotz mit freier Fläche und mitten im Studententeil. Das sah man daran, dass es fast nur junge Leute drumherum hatte und viele Fastfood-Lokale, die mit Studentenrabatten lockten. Allerdings war es alles auch irgendwie ziemlich leer.

 

Hotel

 

Lokal 1

 

Lokal 2

 

Lokal 3

 

Angestellte

 

Den ersten und den dritten Tag habe ich eher nix gemacht und das war schön. Für den 2. Tag hatte ich einen Fahrer, der allerdings null englisch sprach (war vom Hotel organisiert worden – das war wohl ein Fehler). Bisschen schwierig. Und viel gekannt hat er auch nicht. Aber es war schön, durch die Landschaft zu schaukeln, die interessanter war als gedacht. Wir stoppten kurz an einem hübschen See.

 

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Dann begegneten uns sehr viele Affen. In dem Gebiet wurde man auch sowieso vor vielen Tieren gewarnt und dass man besser sein Auto nicht verlässt.

 

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Erstes Ziel war der Tempelkomplex Baroli. Es sind alte Tempel aus dem ca. 9. – 11. Jhdt. (man kann sie nicht genau zuordnen), die selten besucht werden. Eine Horde Schulkinder war zum Glück gerade fertig mit der Besichtigung und so fand ich einen sehr ruhigen angenehmen Ort vor. Ein Mann machte viel Ritual und sagte, er mache das jeden Dienstag. Ein anderer hockte im Gras und murmelte Gebete vor sich hin. Die Gemäuer waren schon beeindruckend, aber es war auch beeindruckend, was kaputt war. Hier meine Bilder:

 

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Dieses Teil fand ich auch speziell. Hier werden oftmals Steine orange angemalt und Augen aufgeklebt, das sind auch quasi Gottheiten. Also nicht dieses Teil selber ist speziell, aber die ebenfalls orange angemalten „Schuhe“ davor.

 

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Dann fuhren wir ein ganzes Stück wieder zurück und hielten für einen Snack und Tee.

 

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Und danach habe ich mich ziemlich aufgeregt. Es gibt einen tollen Aussichtspunkt, wo der Chambal River eine Kurve macht und es Klippen gibt – kann man einige Bilder im Internet sehen (google nach Garadia Mahadev). Da wollte ich hin. Allerdings gab es einen Eingang, wo man Geld haben wollte. Über 15 Euro. 5 für das Auto, 10 für mich. Das kostet somit ähnlich viel wie ein Taj Mahal Besuch. Ein Aussichtspunkt! Zwar mit Tempel und irgendwas mit Naturzone war da auch (das Forest Departement wollte das Geld), aber trotzdem! Und Kamera war nicht erlaubt, nur Handy. Das fand ich vollkommen unverhältnismäßig. Ich habe mich aufgeregt und darauf verzichtet.

 

Leider konnte ich mit dem Fahrer auch nicht über irgendwelche Flussguckalternativen kommunizieren.

 

Somit fuhren wir nur zu meinem dritten anvisierten Ort: Keshoraipatan mit beeindruckenderTempelanlage am Fluss, ganz in der Nähe von Kota. Den Tempel kannte der Fahrer nicht und musste mit google und nachfragen seinen Weg dorthin suchen. Und am Ende hat er mich auch noch mit den Straßengebühren übers Ohr gehauen (es war vereinbart, dass ich diese extra zahle). Aber ich war zu müde und abgenervt da jetzt auch nochmal rumzudiskutieren (wie auch bzw. ich hätte Hotelangestellte involvieren müssen). Manchmal stresst mich Indien. Aber jetzt erst einmal zur weiteren Tempelbesichtigung.

 

Der Tempel – ein Vishnutempel – war oben über dem Fluss. Von dort führten Stufen nach unten zu den Badeghats. Es war nach Männer und Frauen unterteilt. 2 Männer tauchten gläubig in den Fluss hinein, 2 Frauen nutzten ihn zur gründlichen Reinigung mit Seife und Shampoo. Ein paar weitere Frauen wuschen Wäsche. Ein Boot fuhr an die andere Flussseite. Es wurde an weiteren Booten gebaut. Und es liefen Kühe herum. Ich machte einige Bilder:

 

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Und ganz am Ende war ich auch noch kurz im Tempel.

 

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Trotz der Ärgernisse war ich froh, den Ausflug gemacht zu haben, da ich 2 speziellere Orte sah, die ich auch für empfehlenswert halte.

 

Am nächsten Tag plagte mich weiterhin, dass ich nicht wusste, wie und wo ich die letzte Woche vor Abreise verbringen sollte. Ich musste mich aber entscheiden insbesondere von wo ich nach Delhi zurückkehren würde wegen des Bahntickets. Die Möglichkeiten und Entscheidungen überforderten mich. Und dann hatte ich eine Idee: ich fragte einfach meinen Kollegen um Hilfe. Und das war eine gute Idee! Er baute mir einen kleinen Tourplan zusammen, arrangierte 2 Bahntickets und die Unterkünfte. Jetzt brauchte ich meinen Reisekopf nur noch für die Busverbindungen dazwischen. Ich merkte tatsächlich eine große Erleichterung und sogar etwas Neugier. Es würde nämlich in einen anderen Bundesstaat gehen zu Orten, wo ich noch nie war! Keine weiteren Rajasthan-Aspekte wie geplant sondern etwas richtig Neues, was auch als Möglichkeit vorher im Kopf existiert hatte und wo ich sowieso schon länger mal gucken wollte.

 

Ich ging schnell ins Bett, da die Bahn am nächsten Morgen früh startete.