
Die ersten alten Wandmalereien, die wir ansteuerten waren die Höhlen von Saspol. Leider war nur eine Höhle zugänglich, bei den anderen war der Eingang nicht hergerichtet. Sie sind aus dem 14./15. Jhdt. und wurden teilweise nach lauter Schädigungen wieder hergerichtet (Prinz Claus aus den Niederlanden hatte auch dafür gespendet).
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Die nächsten Malereien waren noch älter, wobei man das Datum nicht genau weiß. Da wo buddhistische Sachen drauf sind, die sind jünger als 2000 Jahre (wobei auch manche Stupas sehr speziell ausschauen), aber die ohne, d.h. Tiere, Jäger usw. werden auf 2. – 5.000 Jahre alt eingeschätzt. Sowas von alt! Ich versuche immer, mir das Leben damals vorstellen – und scheitere.
Am Indus bei Alchi gibt es jedenfalls so einige Felsen mit Malereien. Dabei muss man ziemlich suchen, dass man die wirklich alten findet. Sowas bringt mir total Spaß. Ist aber natürlich zeitintensiver als wenn sie ausgeschildert wären. Ich habe bestimmt noch nicht alle gefunden. Aber ein paar.
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Nach diesen alten und ururalten Zeichnungen gab es uralte Zeichnungen zu sehen, aber nicht zu fotografieren und zwar im Kloster Alchi. Dort war das Fotoverbot so strikt, dass man Kameras und Handys in einem Schließfach wegsperren musste. Dafür habe ich draußen 1 Bild gemacht:
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Alchi gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, allerdings nicht allein. Zusammen mit den Klosterräumen in Mangyu und Sumda Chun aus der Periode 10./11. Jahrhundert. Damals war der Übersetzer Lotsava Rinchen Zangpo im Himalayaraum unterwegs, übersetzte sehr viele Texte von Sanskrit ins tibetische und gründete über 100 Klöster. Nach Ladakh kam er mit diversen Studenten aus der Kaschmir-Richtung, also von Westen. Diese fertigten viele Wandgemälde in den Klöstern an – die zT noch ziemlich gut erhalten – oder restauriert worden sind. Alchi hat davon die prachtvollste Sammlung.
Um noch mehr zu sehen und außerdem zu einem Dorf weiter drinnen in den Bergen zu erleben, fuhren wir nach Mangyu. Die Piste war staubig, das Dorf entlegen und die Klosterräume offen und fotografierbar. In Chemre hatte ich mich so über die seltsamen Zeichnungen gefreut, hier entdeckte ich die Schönheit im Verfall und produzierte ebenfalls viele Bilder:
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Und dann eilten wir auch schon aus dem Dorf heraus, so dass ich nur schnell noch ein Bild von einem Schaf und eines von den Bäumen ergattern konnte:
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Es war nämlich schon wieder ein Schneeleopard gesichtet worden – und zwar oberhalb von Mangyu! Also schnell hin! Allerdings hatten wir Sichtungspech. Der Schneeleopard hatte ein Tier gerissen und lag offensichtlich irgendwo versauernd herum, wo man ihn nicht sehen konnte. Es war sowieso alles ca. 3 km Luftlinie entfernt oben in den Bergen und wäre auch im Spektiv nur sehr klein zu sehen. Aber es waren wieder dieselben Leute wie in Saspotse vor Ort und so gab es ein freudiges Wiedersehen.
Außerdem war es sowieso toll, weiter drin in der Bergwelt zu sein.
Blick auf Mangyu
Bergwelt
Und dann entdeckten wir auch noch eine Wolfs/Schneeleopardfalle! Die Gerippe seien schon ziemlich alt, sagte man uns. Heute wäre die Falle nicht mehr aktiv, weil man ja alle Tiere schützen würde.
Falle 1
Falle 2
Am Folgetag gab es ein Appu Appi Endritual – und das kommt im nächsten Blogpost zusammen mit einem von einigen Tagen zuvor.