
Dolma von Eternal Fashion hatte mir erzählt, dass sie bei der Premiere des Films „4 Rivers, 6 Ranges“ in diesem neuen PVR Kino gewesen war. Der Film sei sehr berührend gewesen. Ich checkte nach (hier ist der Trailer) – und wollte dann auch unbedingt. Er ist in Hindi mit englischen Untertiteln. Und er wurde erstmal nur an 3 Tagen vorgeführt.
Allerdings scheute ich mich, das allein zu machen und auf die Schnelle fand sich niemand. Und dann entschloss sich Dolma, den Film ein zweites Mal zu gucken. Wir sind in die 10:40 Uhr Vorstellung gegangen. Das war schon ein bisschen seltsam. Zum Kino fährt kein Bus, man hat entweder ein Auto oder nimmt ein Taxi. Die meisten hatten ein Auto.
Wir sind dann rein und ich hatte das Gefühl, Ladakh verlassen zu haben! Es war fast wie daheim, nur alles ganz neu. Und die Taschen wurden nach Essbarem durchsucht. Das sollte man nach der Eintrittsschranke kaufen. Man konnte sich auch was bestellen und das wurde dann auf einem Tablett während der Vorstellung gebracht. Meine andere Sitznachbarin hat das gemacht.



Und dann ging es hinein. Man hatte einen festen Sitz gebucht. Und es war voller als wie ich es mit für einen Samstag Vormittag bei Sonnenschein vorstellte. Die meisten sahen tibetisch aus.


Und dann ging es los! Der Film war spannend. Es kamen Szenen vor, wo Zigaretten geraucht und Alkohol konsumiert wurde. Da wurde dann gleich immer eingeblendet, dass das gesundheitsgefährdend sei.


Der Film dreht sich um den bewaffneten Widerstand in Tibet. Es ist eine Trilogie angedacht und dieses ist der erste Teil, der Ende der 1950er Jahre startet. Die chinesische Volksbefreiungsarmee hatte ihren Druck auf Tibet drastisch erhöht. Angesichts zerstörter Klöster, bedrohter Traditionen und systematischer Schikane der Zivilbevölkerung schlossen sich Männer aus allen Gesellschaftsschichten zusammen, um ihr Land zu verteidigen. Unter der Führung von Gonpo Tashi gründete sich die Guerilla-Gruppe Chushi Gangdruk (Vier Flüsse, Sechs Gebirge).
In dem Film gibt es viele Kampfszenen, den fiesen General Tan auf chinesischer Seite und Einblick in Szenen mit der Familie, Mönchstötungen und Beratschlagungen, wie man vorgehen soll. Durch die sehr gute Ortskenntnis und große Kampfbereitschaft war die Guerilla-Truppe standhafter gegen die immense Übermacht als man vermuten würde. Der Dalai Lama mit seinen ganzen Kopfzerbrechereien, wie man das Problem lösen könnte, kam auch drin vor – insbesondere seine Flucht, wobei ihn die Chushi Gangdruk bis zur Grenze begleitet hatten.
Der Film wurde unter falschen Drehangaben in Mustang in Nepal in 19 Tagen gedreht. Nepal muss sich einigermaßen verträglich mit China zeigen – und da ist ein Film wie dieser eigentlich keine gute Idee. Aber nun ist er da und alle TibeterInnen strömen in die Kinos und sind stolz und traurig über ihre Geschichte. Und berührt, dass jemand einen solchen Film gemacht hat, der sich wirklich sehen lassen kann.
Ich war auch ganz gerührt – und obwohl ich Dolma schon länger kenne, haben wir nie über die Historie Tibets gesprochen. Sie ist bereits in Indien geboren. Mich hat das beschäftigt und ich war froh, dass ich mit ihr und ihrer Schwester darüber reden konnte.
Am Abend ging es emotional weiter. Ich hatte am Vortag (ohne Photos) noch einen netten Abend mit Rinchen, Elsa, Pauls (er ist aus Kerala und ich habe ihn im November in Nagaland kennen gelernt) und vielen weiteren Menschen im Kharlam Cafe gehabt. Es waren zu viele als dass ich mit Pauls hätte in Ruhe reden können und so haben wir uns für diesen Abend verabredet – es würden Bands Outdoor spielen.




Was blöd war: ich konnte kein Bild von denen machen ohne Mr. Modis allgegenwärtiges mich aggressiv machendes Gesicht….
Die Band war ganz nett. Dann kam noch eine weitere.


Ich hatte währenddessen in mein Handy geguckt und die Nachricht gefunden, dass ein Ex-Klassenkamerad von mir gestorben war. Ich mochte ihn immer gerne und wir hatten Kontakt über Social Media. Da war er aber schon eine ganze Zeit nicht mehr und das fiel mir erst jetzt auf. Und dann wurde ich sehr traurig. Viel zu jung!
Es ist inzwischen hier kühler geworden, aber ich hab das noch nicht so gecheckt gehabt und hatte zu wenig an und fror. Und dann bin ich doch lieber wieder in mein Zimmer gegangen und habe ein bisschen mit meinem Bruder gechattet, der mit der Schwester vom Ex-Klassenkamerad in einer Klasse war. Wenn so jüngere nähere Menschen sterben, wird mir nochmal mehr bewusst, wie lebendig ich bin. Und ich das Leben doch mehr genießen sollte. Meinem Bruder geht es ähnlich, das war ein bisschen schön.
Vielleicht war ich durch diese beiden Sachen sowieso schon ein bisschen „gefühliger“ und