Reiseglück – 1

05.09.2021

Wie man am Blogposttitel sieht, bin ich offensichtlich optimistisch. Wobei ich mich frage, ob mein erstes Reiseglück noch getoppt werden kann. Das war eine so unglaubliche Zufallsgeschichte. Hier ist sie von vorn:

 

Ich hatte am Vortag in das Internet geschaut: trotz Bahnstreiks sollte meine gewünschte Verbindung zum Flughafen klappen. Ich startete pünktlich um 7:07 mit dem Schienenersatzverkehr nach Traunstein. Dort stieg ich ebenfalls pünktlich in die volle Regiobahn nach München Ost. Sah alles super aus. Nur irgendwann meldete das Internet, es sei ein Notarzteinsatz in München Ost. Aber die Zeiten blieben bestehen.

 

Am Bahnhof sah nix nach einem Notarzteinsatz aus – alllerdings stand die S8 mit Ziel Flughafen nicht an der Tafel. Mhm, vielleicht ein Fehler. Zeit, nach einem Kaffee zu suchen, den ich mir dann doch verkniff. Lauter knarzige Lautsprecherdurchsagen. Sollte doch was schiefgelaufen sein? Einige Menschen mit größerem Gepäck schwirrten durch die Gegend. Zurück zum Bahnsteig, der war fast leer, der Lautsprecher knarzte weiter und knisterte was vom Schienenersatzverkehr. Schon wollte ich die Treppe runter um einen Menschen nach Rat zu fragen – da sprach mich eine Frau an: ob ich mit ins Taxi zum Flughafen wolle. Eine 2. Frau fühlte sich ebenfalls angesprochen. Wieviel das wohl kostet? Durch 3 geht es vielleicht. Nein nein sagte die erste Frau, der Arbeitgeber würde es zahlen, wir seien eingeladen. Was für ein Engel war denn diese Frau? Und so hübsch noch dazu. Sie erinnerte mich an jemanden….

 

Das war doch – nochmal hinschauen – ja wirklich! – DIE Tatortkommissarin aus dem Fernsehen! Waaah! Und neben der saß ich jetzt eine ganze lange Taxifahrt zum Münchner Flughafen. Neben uns noch eine österreichische Flugbegleiterin auf dem Weg nach Vancouver. Frau Kommissarin nach Berlin. Ich nach Georgien/Armenien. So ganz allein mit Rucksack. Das gab einen anerkennenden Blick. Oh wie cool! Wir plauderten über das Bahnfahren, Reisen während Corona, Streik, andere Coronasachen, teilweise auch mit dem Taxifahrer hinter der Plexiglasscheibe. Und in mir drin jubelte mein Herzchen und war aufgeregt und eingeschüchtert. Und super glücklich. Dass ich dieses Reiseglück hatte und meinen Flieger noch gut erreichte. Dass ein Promi, wo man denkt, dass sie toll sein müsste, in Wirklichkeit sogar noch viel netter ist. Dass es überhaupt so Menschen gibt, die die eigenen Annehmlichkeiten gerne teilen. Dass es fein ist, sich eine kurze Zeit zu begegnen – und auch wieder auseinander zu gehen. Als Fremde gemeinsam etwas erlebt haben. Und was für viele Zufälle hier gerade zusammengetroffen sind.

 

Den Tagesrest fasse ich mal kurz zusammen: ich flog im vollen, engen, kleinen Flieger nach Istanbul, mit einem weiteren vollen, engen, kleinen, verspäteten Flieger nach Tbilisi, fand einen angenehmen Taxifahrer und war noch vor Mitternacht in der total netten, hübschen, kleinen (schaut nach nur 2 vermietbaren Zimmern aus) und von einer sehr lieben, nicht englisch-sprechenden Frau betriebenen Unterkunft am Berghang in einer kleinen Gasse. Ich war wieder in Georgien!

 

Und als Fotomaterial habe ich hier ein paar Bilder vom Anflug auf Istanbul. Großstadt!