Saboo-Shang-Sakti – Wenn nichts durchgeplant ist, ist es oftmals viel schöner

8. + 9. September 2026

 

 

Ich habe mich wieder mit Tsering Dolma getroffen. Das ist die Freundin, die in Kharu einen Homestay hat. Wir hatten damals – abgesehen davon, dass wir uns mögen und gerne beisammen sind – festgestellt, dass es noch so einiges gibt, was wir gemeinsam erkunden wollen. Also haben wir geschaut, wann es wieder eine Gelegenheit gibt. Und die war jetzt gekommen!

 

Also hat sie mich in Leh abgeholt und wir sind erstmal zu Tamchos (das ist der, wo ich in Stok gewesen bin) und Karma in ihr Cafe in Choglamsar gefahren und die haben sich somit auch ein bisschen kennen gelernt und das war alles schön. So schön, dass ich das Bildermachen ganz vergessen habe.

 

Ich weiß, dass es Nonnen in Saboo, also dem Nebenort, gibt, aber nicht wo. Also sind wir hin und haben gesucht. An der ersten Stelle war es erfolglos, hier waren mal welche, die sind dann nach Basgo weiter gezogen und es lebte nur ein alter Mönch da.

 

 

Bei unserer Weiterfahrt sahen wir ein großes spezielles Gelände, das kannte ich noch nicht. Also hin! Auf dem Portal stand Ngari Institute for Buddhist Dialectics und es quasi die moderne Antwort auf einige Probleme, die Klöster hier haben. Es gibt ein neu gebautes Kloster:

 

 

 

 

Hier kann man viel lernen über das Ngari Institute. Sie suchen den Kontakt zu den „normalen“ Leuten mit lauter Angeboten, wie man sich mehr über Buddhismus informieren, ihn praktizieren und gestalten kann. Außerdem kümmern sie sich um Kinder aus armen Familien oder Waisen. Neben Fortbildungen und so haben sie auch ein Gästehaus und einzelne Hütten, wo man sehr angenehm wohnen und je nach Bedarf praktizieren kann. Der Obermönch ist tatsächlich ein sehr studierter Mönch aus Stok, 3 Jahre jünger als ich und jemand, von dem man gerne lernen möchte. Jedenfalls ging es mir so. Er hat sich ein wenig Zeit genommen, Tsering und mir einiges zu erzählen. Und da gerade Mittagszeit war, als wir im Gästehaus guckten, wollten wir es spontan dort einnehmen, bekamen oberleckere Sachen vom Buffet und als ich zahlen wollte, wollten sie gar nichts haben!

 

 

 

Hier ist der Mönch von Weitem und die Hütten, wo man sich einmieten kann:

 

 

 

Wir hatten dann nicht mehr soviel Zeit, die Nonnen weiter zu suchen und haben aber noch eine der in Ladakh als sehr sehr gut kategorisierten  Unterkünfte. dem Besitzer gehört u.a. auch das Sarai in Tsazar, wo ich am Anfang in Zanskar war. Er war auch da und schaute überraschend einfach und nett aus. Nicht wie der Besitzer einer Kette von Edelunterkünften. Am Schönsten war der Garten und der Blick aus dem Zimmer mit Balkon davor.

 

 

 

 

Wir wurden noch auf ein Getränk eingeladen und Tsering wünschte sich ABC-Saft, was ich nicht kannte. Und dann leider nicht mochte: Apple-Beetroot-Carrot. Aber schick sah der Saft aus und gesund war der bestimmt ebenfalls.

 

 

Dann war es Zeit ihre Tochter Darches von der Mahabodi-Schule abzuholen. Sie hat eine ganze Ferienwoche vor sich. Neu ist auf dem Mahabodi-Gelände der Ort der 1000 Buddhas. Haben wir auch angeguckt:

 

 

 

 

 

 

 

Das sind wohl wirklich 1000 Buddhastatuen. Und ein Plakat, welches man auch misverständlich lesen kann, gab es ebenfalls:

 

 

Wir haben noch einiges eingekauft. Dabei stellte ich fest, dass es immer mehr moderne Cafes gibt, die zT aber auch wirklich nett ausschauen und gerne von den Einheimischen genutzt werden. Es gibt inzwischen auch größere moderne Supermärkte, aber überwiegend kauft man noch in kleinen Kruschelläden ein.

 

 

 

Darches hat noch Sachen von vorherigen Reisenden bekommen, ich habe meinen hier inzwischen allseits geschätzten Salat hergestellt und wir haben es nett miteinander gehabt. Und mit Candy hab ich auch bisschen gekuschelt.

 

 

 

 

Am nächsten Tage hatte ich mir erstmal nur gewünscht, eine sehr sehr teure Unterkunft anzuschauen, die ausschließlich zum Schneeleopardengucken geöffnet ist. Sie liegt an der Strecke, wo man früher vom Markha-Trek runtergekommen ist. Heute ist da schon lange Straße. Und es gibt eine Straße in ein Nebental. Wenn man bei der am Ende noch weiter geht, kommt man nach Shang Phu. Da hatte ich auf meiner Trekkingtour gecampt und fand es einen super schönen Ort.

 

 

Wir sind dieses Tal neugierig hochgefahren und blieben bei einem Klostergebäude toll am Hang gelegen hängen. Da sind wir hoch. Ich habe ein zusätzliches anderes Asthmaspray genutzt – und war begeistert! Es hat gewirkt! Ich war tatsächlich so „normalatmig“ wie immer! Das stimmt mich sehr hoffnungsvoll.

 

 

Wir sind da also hoch. Unten arbeiteten Leute an dem Zugang und meinten, es sei oben offen.

 

 

 

 

 

Leider stimmte das nicht. Wir haben auch keinen Schlüssel gefunden. Vielleicht weil so viele Bauarbeiter herum wuselten? Aber das machte auch nicht so viel, weil der Ausblick phantastisch war:

 

 

 

 

 

 

So viele tolle Farben! Um das Kloster herum waren auch Bauarbeiter. Sie meinten, dieses Gebäude würde eine Toilette werden. Eine Toilette mit so toller Deko?

 

 

Wir haben weiter Bilder gemacht und sind dann über die langgezogene Piste wieder runter gegangen. Es scheint, sie wollen das Kloster wiederbeleben – ob nun als Kloster oder als Sehenswürdigkeit.

 

 

 

 

 

 

Wir sind dann zu einem Picknickplatz gefahren. Da gibt es eine kleine Küche, die man quasi mieten kann und dann kann man da mit größeren Gesellschaften schön mit frisch gekochtem Essen picknicken. Oder der Mann macht einem Tee – so wie für uns.

 

 

 

Er lebt in dem Haus nebenan, ein sogenannter Alterssitz, Khangchen genannt. Üblicherweise werden irgendwann Haus, Felder usw. an den Sohn vererbt so dass er alles übernimmt. Die alten Eltern bauen dann oft ein kleineres Haus und bewirtschaften nur noch einen Garten und man lebt so angenehm getrennt und doch beisammen. Er erzählte, dass es in dem Tal 45 Häuser gibt, die zu Shang zugehörig sind. Die sind zT ganz schön weit verstreut. Es ist jedenfalls ein total schönes Seitental, welches sich für einen ausgiebigen Tagesausflug eignet.

 

Und dann sind wir endlich zu dieser Luxus-Schneeleoparden-Lodge hin. Sie war geschlossen, aber ein Arbeiter war da, der sich um die Instandhaltung kümmerte und uns ein Zimmer zeigte. Auch das Restaurant konnten wir anschauen und fanden es super schön eingerichtet. Das ist wirklich Luxus mit vielen Heizkörpern und anderen Annehmlichkeiten. Ich dachte, ich finde es doof, aber es ist tatsächlich sehr schön gestaltet. Aber irgendwie wohl schon überteuert. Die Lage ist auch sehr genial mit guten Zugang zu vielen Tälern und schönem direkten Blick. Schneeleopard de Luxe.

 

 

 

 

 

Die Zimmer waren noch nicht ordentlich hergerichtet, und dann gibt es noch so Kabinen, die jetzt im Sommer noch abgebaut waren.

 

Auf dem Rückweg haben wir keinen Schneeleoparden gesehen, aber Blauschafe.

 

 

Es war ein bisschen spät für Mittagessen, aber das Rewo Cafe war proppenvoll mit massig Motorradleuten und anderen Gruppen. Ich war hier schon mal mit den 9 Herren als wir beim Wari-la waren und staunte über schnellen Service und schmackhaftes Essen. Da war es leer. Aber jetzt war es voll und ich staunte wieder, wie effizient, freundlich und lecker hier alles war. Kein Wunder, das hier so viele einkehren.

 

 

In einem herumliegenden Reiseführer hatte ich diese Notiz gefunden:

 

 

„Hidden Treasure“ – das klang doch nach was! Tsering kannte es auch nicht, aber man kann ja fragen. Und so würden wir fündig.

 

 

Allerdings standen wir auch hier vor verschlossenen Türen obwohl wir auch hier sahen, dass man mit neuen Baumaßnahmen den Zugang erleichtert hatte. Aber man muss wohl groß rumfragen dass man jemanden mit einem Schlüssel findet. Aber die Aussicht war hübsch und so hat sich der kleine Aufstieg trotzdem gelohnt.

 

 

 

 

 

Dafür nutzten wir noch die Zeit und besichtigten eine weitere Unterkunft, die uns sehr erfreute. Sie hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine sehr angenehme sonnige freundliche Ausstrahlung ohne dass es zu heiß in den Zimmern ist. Es heißt, dass es ein Mönch gebaut haben soll – im Internet war nix zu finden. Der Manager aus Kargil führte uns herum. Es ist ein Anwesen mit 3 Gebäuden mit Zimmern und einem Haupthaus mit Speiseraum – und dann ist da auch noch ein Swimming-Pool! Mit ziemlich kaltem Wasser. Wer schwimmt denn da? Ach, wenn man westliche Gäste hat, springen die da gerne morgens rein. So wirklich gut finde ich das aber nicht in dieser sehr trockenen Gegend das Wasser für einen Pool zu nutzen/verschwenden.

 

 

 

 

 

 

 

Die vielen Blumen und der Rasen waren schon auch schön.

 

So hatten wir zwei Tage voller Genuss und kleiner Entdeckungen. Wir haben Ziele zum ansteuern gehabt, aber sind dabei auf andere Entdeckungen gestoßen. Mir scheint oft, dass wenn man keinen genauen tagesplan hat und eines nach dem anderen spontan weiter entscheidet, das viel weniger Energie zieht und am Abend ist man nicht erschöpft sondern wohlig voller Eindrücke und Leichtigkeit. Tsering ist eine wunderbare Partnerin für solche Tage. Und auch Darches hat meistens gut mitgespielt. Sie ist manchmal sehr lustig in ihrer modernen Ausdrucksweise und begleitet Staunen mit einem „oh my god“ und nennt andere Leute, auch ihre Mama, „Bro“. Eigentlich würde ich solche Tage auch gerne für meine Reisegäste einplanen. Ein sogenanntes „Go with the Flow“. Aber wie man das machen kann und wie man auch die Leute vorab überzeugt, dass sowas lohnenswerte Reisetage sein können, das ist mir noch etwas ein Rätsel.

 

Wir haben jedenfalls gedacht, dass sich Ladakh abseits der bekannteren Reiseorte noch absolut lohnt zum Entdecken und sich so viel kleineres Schönes und Interessantes überall verbirgt.

 

Nachdem ich die Tage in Leh etwas frustriert war wegen meiner Gesundheit und auch sowieso eher negativ drauf war bezüglich Tourismus und Indien und überhaupt, waren das jetzt zwei Tage, die mich wieder aufgeheitert haben.