Samar – Wir werden in einen Käfig gesperrt

4. August 2026

 

 

 

Wir hatten beschlossen, 2 Nächte in Samar zu verbringen. Nachdem wir die Landschaft bisher nur durchfahren hatten, wollten wir sie auch gerne etwas mehr beim Durchwandern erspüren. Dass wir dabei auch noch die bisher schönste Unterkunft erwischt hatten, war ein prima Bonus. Die Gastgeberin aus einer Hotelsfamilie in Kagbeni hatte hierhin geheiratet und an die einfache Annapurna Hotel Lodge einen total schönen Neubau gesetzt.

 

 

 

 

 

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass man in Mustang recht gut gehobenere Unterkünfte finden konnte – ich hatte es mir eigentlich sehr viel „rustikaler“ vorgestellt. Das Gebiet war bis erst vor kurzem nur zu Fuß erreichbar gewesen, weswegen ich mir viel Einfachheit vorstellte. Aber man musste schon immer sehr viel Geld für ein Permit zahlen und so zieht es auch eher wohlhabendere Gäste an, die offensichtlich für „Luxus“ auch tiefer in die Tasche greifen. Jedenfalls habe ich es mir so zusammen gereimt. Und ich gehöre inzwischen auch zu den Leuten, die für Sauberkeit, Schönheit und Bequemlichkeit lieber etwas mehr ausgeben.

 

 

Auch das Frühstück war lecker mit tollem Americano-Kaffee. Der Koch aus Kathmandu war übrigens ein weitgereister Wanderarbeiter, der viel in den indischen German Bakeries gearbeitet hatte. Und am Ende stellten wir fest, dass wir sogar einige gemeinsame Bekannte hatten. Die Atmosphäre war freundlich, auch wenn er sich etwas beklagte, dass er seine eigenen Rezepte nicht durchsetzen konnte. Wir fanden das Essen aber auch so und so lecker.

 

Nach diesem schönen Frühstück brachen wir also auf und guckten erstmal den Ort an. Hier wohnen 7 Familien – und ich frage mich immer, wie man es schafft, in so kleiner Gemeinschaft gut zusammen zu leben.

 

 

 

 

 

 

 

Wir steuerten einen netten Aussichtspunkt direkt über dem Dorf an und freuten uns an tollen Blicken.

 

 

 

 

 

Hier ist Mustang viel grüner als in anderen Gebieten. Aber diese Felsformationen sind auch hier total grandios. Wir konnten wählen zwischen links und rechts nach unten und entschieden uns für rechts. Mit dabei war ich Dipsan, der Sohn von Laxmi. Er hatte sich in Naurikot erkältet und sich die Tage zurück gezogen.

 

 

Er möchte einmal Guide werden wie seine Mutter. Die beiden haben ein sehr sehr enges Verhältnis, auch körperlich. So habe ich es bisher bei Nepalis nicht gesehen (aber auch daheim eher weniger). Da wir am Vortag ja soviel Kritik geäußert hatten, war ich völlig ratlos, wie wir die Zeit miteinander verbringen sollten. Aber bei so etwas ist Ute ein Glücksgriff, sie erzählte einfach drauf los und so entspannte sich das Verhältnis. Wir brauchen ja eine/n Guide und so ziehen wir die beiden einfach durch. Sie fühlt sich zwar verantwortlich, dass uns nix passiert, gibt aber zB beim Wandern wenig Hilfestellungen. Er bemüht sich teilweise etwas mehr und sucht auch mehr den Kontakt.

 

Wir wanderten also in der Landschaft herum. Die Berge hinter dem Dorf waren permanent mit dunklen Wolken verhangen, wir haben aber auch ein paar Sonnenstrahlen abbekommen. Insgesamt ließen wir es sehr geruhsam angehen, machten viele Pausen und guckten herum.

 

 

 

 

 

 

Unterwegs hatten wir Pech und wurden in einen Käfig gesperrt. Aber zum Glück konnten wir uns auch wieder befreien.

 

 

Es waren einige Leute mit Tierherden unterwegs. Und die bauten auch weiter diese Käfige, wo wir nicht heraus bekamen, wozu sie tatsächlich dienen sollen.

 

 

Auf den Feldern und Apfelbaumplantagen wir wenig los – es ist gerade Reifezeit und man muss nicht viel tun. Unser Pfad endete an einer Art Aussichtspunkt hoch oben über einer Schlucht. Dort sollman auch gut Vögel beobachten können, aber wir haben nicht viele gesehen. Nur einer kam mir vor die Linse.

 

 

Wir verweilten lange an diesem Ort und machten hübsche Bilder voneinander.

 

 

 

 

 

 

 

 

Außerdem verspeisten wir unser Lunchpaket. Danach wanderten wir langsam einen anderen Pfad wieder nach oben. Ich hatte einiges am Laptop zu tun, Ute und Beate strolchten noch etwas weiter herum. Es war ein ruhiger netter Tag mit nicht ganz so geballten Eindrücken wie an den Tagen zuvor. Und das hat ziemlich gut getan.

 

 

 

Das einzige, was mich doch etwas anstrengt sind die vielen Wolken, ich würde so gerne mal ein strahlendes Mustang unter knallblauem Himmel sehen….. Sie sagen, dass dieses Jahr Mustang auch wesentlich wolkiger und regnerischer ist als zuvor. Im Prinzip wie in Ladakh, wo mich die vielen Wolkentage den Juni und Juli durch ja auch verwunderten. Die eigentlich trockene Himalayaregion lässt einen auch gerade mächtig die Klimaveränderungen merken.

 

Apropos….. Wir erfuhren das an dem Ort, wo wir bei der Hinfahrt wegen dem feststeckenden Truck so lange warten mussten, ein richtiger Erdrutsch runter gekommen war. Zum Glück wurde nur ein Bagger beschädigt. Aber auch wenn Nepalis ungemein erfahren und fix sind in Straßenreparatur, dauert so etwas etwas länger und wir überlegen auf eine sichere Nummer zu gehen und lieber noch einen Zusatztag in Kathmandu einzuplanen als zu knapp zu sein und den Flug zu verpassen.

 

Aber erstmal planen wir hier unsere Tage und waren gespannt auf den nächsten!