Syunik – Strom, alte Autos und neue Siedlungen

24.09.2021 – Teil 2

Der Pfad war eine ganze zeitlang eine Art alte breitere Fahrtstraße an einem Kanal entlang. Ich muss gestehen: ich kapiere diese Zusammenhänge von was ich so sah nicht wirklich. Es gab diesen Kanal

Kanal

Nach vorne hin – schwer erkennbar – sind lange Rohre gegenüber an den Abhängen zum Tal hin

 

Um die Ecke ist ein Wasserkraftwerk, aber das sah eher ein bisschen klein und verlassen aus

Kleines Wasserkraftwerk

 

Und oben auf einer Art Hochplateau waren massig Strommasten (hier nur ein ganz paar davon)

Bruchteil der vielen vielen Strommasten

Ich wunder mich immer noch, wie wenig ich solche Elemente interpretieren kann.

 

Andere interessante Elemente in der Landschaft sind verlassene große Gebäude wie dieses hier:

 

Das steht oben an der Stelle, wo der Weg nach rechts in ein anderes Tal einbiegt. So ganz allein ohne noch was drumherum. Es gibt von diesen verlassenen (Fabrik?)Gebäuden massig in Armenien zu sehen. Sind mit der Unabhängigkeit die sowjetischen Absatzmärkte weggebrochen? Was mach(t)en die Leute, die da früher gearbeitet hatten? Haben denen die Fabriken sowieso nicht gefallen?

 

Na, jedenfalls wanderte ich auf der Höhe um die Ecke und kam dann auf eine Art Hochebene. Ist nebenan einer canyonartigen Schlucht, der Vorotan Gorge. Die sollte es nun immer weiter entlang gehen. Aber so richtig reingucken konnte ich noch nicht. Ich wanderte statt dessen auf dieser Hochebene weiter und kam zu einer Siedlung: Khot. Die kündete sich mit Feldern an, die überwiegend abgeerntet waren. Hier kann man nochmal schön sehen, wie etwas, was nicht mehr funktioniert (Autos) noch einem neuen Zweck dienen, nämlich als Zaun.

Autoteilezaun
abgeerntetes Feld hinter Autozaun

 

Auf den Straßen habe ich überwiegend 2 Sorten von Autos gesehen: Superalte Klapperkisten oder schicke neue. Je ländlicher desto Klapperkiste. Auch Straßen hat es sehr unterschiedliche, holperige Staubpisten oder schicker neuer Asphalt. Auf diesen kam ich dann hinter Khot:

 

Aber erstmal zu diesen ganz speziellen Besonderheiten dieser Gegend. Am Canyonabhang gab es früher 3 Dörfer: Khot, Shinuhayr und Halidzor. Als die Russen kamen, wollten sie Aufschwung in diese Gegend bringen, die Leute sollten bequemere Häuser haben und wohl auch Fabriken zum Arbeiten. Statt aber die alten Siedlungen zu verbessern, haben sie einfach oben auf der Ebene drei neue Siedlungen gebaut. Die Leute sind alle umgezogen. Hier ein Blick zu neu-Khot:

Ich wanderte weiter auf dieser schicken Asphaltstraße noch nach neu-Shinuhayr, weil es nur dort Unterkünfte gab. Auch gab es dort eine verlassene Sportschuhfabrik

 

So war dieser Wandertag ziemlich interessant und abwechslungsreich. Am nächsten sollte ich die Asphaltstraße wieder ein Stück zurück gehen und dann in die Schlucht etwas absteigen zu den verlassenen alten Siedlungen. Ich war gespannt!