Tarutse -> Saspotse – Der Pfad der blauen Pfeile

13. September 2026

 

 

Am Morgen wachte ich früh auf und konnte mich an der Morgenröte erfreuen. Auch die kleinen Tschörten am Berg waren in schönes Licht getaucht.

 

 

Zum Frühstück hatte ich – wie überall – das lokale Khambir Brot mit Ei. Damit ist man gut für den Tag gestärkt.

 

 

Wir hatten vorab nach dem Weg gefragt und man wollte uns auf die Strecke über Sumdo und die Straße drängen. Die anvisierte sei zu schwierig zu finden. Gerade erst wären welche ganz erschöpft erst in der Dunkelheit zurück gekommen. Ich hatte geahnt, dass das evtl. kaum jemand gehen würde. Aber wir haben dann gesagt: wir gehen so lange bis wir immer noch umkehren können und vielleicht schaffen wir es ja doch.

 

Es gab schöne Markierungen mit blauen Pfeilen und eine kleine Karte beim Einstieg ab der Straße.

 

 

 

 

Die Landschaft war wirklich toll mit diesen vielen Felsformationen. Und es gab auch noch leichte Fußspuren.

 

 

 

Dann gab es allerdings eine Stelle, wo wir keine blauen Pfeile mehr sahen, aber so eindeutige Steinhaufen. Auch war da ein zwar kaum gelaufener aber doch erkennbarer Pfad. Also sind wir den gegangen. Allerdings hörte das irgendwann auf mit den Steinhaufen und Khataks und der Weg war dann auch weg. Das konnte es nicht sein. Also lieber nochmal umdrehen und an der Stelle ordentlich gucken.

 

 

 

Und tatsächlich – man musste nur ordentlich gucken und dann hat man den nächsten Pfeil gesehen. Ich vermute dass es hier ist, wo die Anderen falsch gingen. Leider hab ich die Stelle nicht geknipst, aber wenn man wirklich konsequent den blauen Pfeilen folgt, verirrt man sich auch nicht. Bei der dann folgenden Strecke war schon klar, dass das länger niemand gegangen ist. Die Pfeile waren noch gut erkennbar, der Pfad nicht mehr wirklich. Es war toll in diesen Felsen mit den Ausblicken!

 

 

 

 

Hier haben wir Mittagsrast gemacht:

 

 

 

Mir ging es so lala. Ich habe immer wieder den Asthmapluster genutzt, bin sehr langsam gegangen und habe öfters den Buff übergezogen und die Strecke dadurch ganz gut bewältigt. Aber so wirklich gut hat es sich nicht angefühlt. Einerseits habe ich mich gefreut, da zu sein, andererseits hatte ich solche Sehnsucht danach, dass es mir wie „normal“ gehen würde. Weiter ging es durch die Bergwüste:

 

 

Es gab eine heiklere Stelle, da ging es die Felsen bisschen doller hinab und darüber war noch was mit extrem viel steiler kratziger ungeknipster Vegetation ohne Pfad. Da war ich froh, nicht allein zu sein.

 

 

Und dann war Saspotse in Sicht und wir stiegen hinab zum Fluss.

 

 

 

Saspotse ist ein größerer, aber sehr leerer Ort. Es gab eine Versammlung in der Community Hall und irgendwelche Hochzeitsvorbereitungen und es war schwierig, ein Homestay zu finden, was uns wollte. Aber dann hat uns eine liebe Frau aufgenommen. Nachdem ihr Mann vor 3 Jahren verstarb und ihre 3 Söhne alle als Taxifahrer in Leh arbeiten, lebt sie hier alleine. Sie ist eine sehr liebe Frau, bei der wir gerne waren. Rinchen hat sich gleich mit ihr an die Abendessensvorbereitung gemacht.

 

 

 

Ich war unsicher, wie weiter – und dann wurde mir die Entscheidung abgenommen. Der anvisierte Pfad über den Karang-la war im Vorjahr bei dem vielen Regen weggespült gewesen und man hatte ihn noch nicht wieder aufgebaut. Wir planten dann eine längere Saspotse-Besichtigung und nur die Strecke nach Yangthang.

 

Hier gab es nicht so schöne Bettwäsche, aber ein bequemes Bett und ein Badezimmer direkt dran. Aber am gemütlichsten war es sowieso in der Küche. Die Frau verabschiedete sich irgendwann, sie wollte noch zu den Hochzeitsvorbereitungen. Wir würden wohl alleine zurecht kommen? Wo kann man denn sowas noch erleben? Da werden fremden Gästen das ganze Haus alleine überlassen.

 

Diese Strecke kann ich also gut empfehlen – nur danach hat man nicht so viele Möglichkeiten. Aber erstmal schlafen und gucken, was der Folgetag so bringt.