
Einerseits ist die Zeit gerannt und mir scheint, ich habe gar nicht so viel erlebt, wie ich es in 4,5 Monaten hätte erleben können, andererseits war es doch ziemlich viel und wenn ich an den Anfang zurück denke, kommt es mir sehr weit entfernt vor. Womit jetzt anfangen?
Die Tour entsprach nicht so sehr dem, was ich mir vorher ausgemalt hatte, wie es alles sein würde. Nasenbluten und Höhenasthma wurden sehr bestimmend und ich bin sehr unfroh darüber, dass ich nicht den Changthang – mein Lieblingsgebiet – weiter erkunden konnte. Ich wollte ja noch schnell viel unternehmen bevor mein Körper mit einen Riegel vor vieles schiebt. Allerdings war ich erstaunt, dass der Riegel sich vor anderes schob als ich erwartet hatte.
Wenn ich so direkt an die Zeit zurück denke, haben zwei genau entgegengesetzte Gefühle die Oberhand. Ich habe mich ungefähr über genauso viel furchtbar geärgert wie ich mich über anderes gefreut habe.


Im Prinzip hatte es sich bei meiner vorherigen Reise schon angebahnt, also der Ärger. Bei der vorherigen Reise überwogen Permits und Eintrittskosten als Ärgernisse, hier kamen SIM-Karten-Stress, Overtourism, Lieblosigkeit und Preis-Leistungs-Verhältnisse dazu. Gerade Manali und Leh waren so proppenvoll, dass ich selber nicht so wusste, wohin mit mir und auch nicht, warum ich wen hier noch hinschicken soll. Ich habe gerade mächtige Tourismus-Krise…..
Neben diesen Hindernissen von Indien aus gesehen fühle ich mich aber auch irgendwie so allein mit dem, was ich anbieten möchte (im Gegensatz zu dem, was mir gefragt zu sein scheint).
