
Nach anfänglichen Wolken lockerte der Tag schnell auf und wir fuhren Richtung Grenze. 22 km nördlich von Lo Manthang ist der Kora-la, ein etwas über 4.660 m hoher Pass an der Grenze zu Tibet/China. Durch die geringe Höhe eignet er sich eigentlich bestens zum Warenhandel. Auf tibetisch/chinesischer Seite hat man auch gut vorgesorgt mit sehr guter Straße und Grenzeinrichtungen. In Nepal schaut es etwas mau aus. Von daher ist der Handel hier etwas geringer und auch erst seit 2023 gut möglich. Bis dahin gab es nur halbjährlich veranstaltete große „Melas“, d.h. Märkte, wo die Bevölkerung zum Warentausch und -kauf an der Grenze zusammen kam. Leider konnten wir nicht dichter heran und gucken, die Zone war tabu für westliche Reisende.
Aber diverse Kilometer davor gibt es in Chhoser Höhlen und Klöster anzuschauen. Das erste Kloster war alt und mit Fotoverbot. Das zweite war neu und riesig und noch nicht ganz belebt.




Was übrigens sehr nett ist: man bekommt beim Besuch immer einen großen Bonbon geschenkt. Chinesische Produktion.
Dann sind wir zu diesem KlostercumHöhle

und den Jhong Höhlen:

Beides ist von außen beeindruckender als von innen. Selbst wenn man sich vorstellt, dass in den Höhlen Menschen lebten.




Spannender war eigentlich der Herr mit seinem Kiosk vor den Höhlen. Der hat einerseits unser Ticket kontrolliert und andererseits viele Waren angeboten, zu 80-90% chinesisch. Sehr interessant waren eingeschweißte vegetarische Würstchen, die nach Mais und tatsächlich ziemlich gut schmeckten.




Ich stellte fest, dass sich zumindest mein Fokus etwas verschob. Am Anfang staunte ich einfach nur über die Landschaft und das war das große Hauptaugenmerk und Glück – jetzt begann ich mich mehr für die hier lebenden Leute zu interessieren.
Dafür starteten wir zu einer Wanderung leicht bergab an der anderen Flussseite, wo sich ein Dorf an das andere reihte – weiter oben noch mit weiteren beeindruckenden Felsenbebauungen.



Mittagsrast hatten wir in einem recht privat aussehendem Haus mit Esszimmer und eifrigen Wirtinnen. Wir waren übrigens alleine unterwegs ohne Guide oder Fahrer.


Dann kamen wir zu einem Dorf, das war im Prinzip genauso wie Komik in Zanskar: die Leute mussten ihr altes Dorf wegen Wassermangel verlassen und sich neu ansiedeln. Das neue Dorf heißt Namashung. Ich hatte davon schon vorher gehört und wollte es so gerne sehen. Leider war – wie auch in den anderen Dörfern, niemand zu sehen und es wirkte etwas leer und trostlos. Damals sollen sie sich ganz doll über die neuen moderneren Häuser gefreut haben.





Allerdings waren die Felder bestellt und so vermute ich, dass dort auch permanent Leute sind. Im Winter weiß man, dass viele den im wärmeren Pokhara verbringen – aber um diese Zeit? Oder alle Nebenjobs im Straßenbau oder so? Das war nämlich das einzige, wo wir Leuten begegneten. Zu den Feldern: was ich erkennen konnte war viel Buchweizen, einige Senffelder und viel Gerste und evtl. Weizen.

Ansonsten hat man auch noch Tierherden gesehen und zwar ganz schön große. Viele dunkle Ziegen. Und auch diverse Pferde grasten herum.


Ansonsten begeistert mich die Landschaft weiterhin und auch gerade trotz oder wegen der inzwischen wieder vielen Wolken musste ich weitere Bilder knipsen.






Zurück in Lo Manthang spazierten wir dort auch noch etwas durch die eher leeren Gassen. Schon bisschen komisch, wie wenig Leute man trotz einiger Häuser so sieht.


Nur beim Bäcker verweilten wir wieder etwas. Er fabrizierte gerade eine Torte für einen Mönch, der Geburtstag hat.


So haben wir zwar ein bisschen über die Leute herausgefunden, insbesondere deren Abwesenheit im öffentlichen Raum, aber eigentlich weiterhin mehr Fragen als Antworten.
Wenn man mit Ute verreist, kann man sich immer darauf freuen, was zu spielen! Allerdings verliert man auch meistens. Aber das ist egal, es bringt Spaß, neue Spiele zu lernen und sich an andere wieder zu erinnern.

Am nächsten Tag wollten wir uns wieder auf den Rückweg begeben. Eigentlich wäre ich gerne noch länger geblieben und hätte mehr erkundet. Aber immerhin gab es nun einen Eindruck. Und vermehrte Neugier.
PS: Ich vergaß, dass wir einen hohen schneebedeckten Berg erspähten!
