Goris – Schachbrett, Friedhof und andere Steine

23.09.2021

 

Ich setzte mich wieder in einen Minibus. Und dazu lernte ich ja wieder was Neues über modernes Reisen: eine Taxi-App! Daheim fahr ich kein Taxi und in Indien hab ich eher immer direkt verhandelt wobei mir schon von Locals Über gezeigt wurde. Die gibt es hier nicht, aber was anderes und ich bin ja überwiegend platt. Taxifahren ist nicht so teuer und so passt es manchmal in mein Budget. Aber von den bisherigen 5 Taxifahrten habe ich dann doch erst eine mit der App gemacht. Praktisch wenn man wo ist, wo nicht sowieso ständig welche rumdüstern, die man einfach anhalten könnte. Also mit Taxi zum Busterminal und mit Minibus 250 km nach Süden gefahren.

 

Da ist die Provinz Syunik und u.a. die Stadt Goris, wo ich meinen Trek starten wollte. Goris hat über 23.000 EinwohnerInnen und liegt strategisch ganz günstig an der Strecke Iran-Yerevan und auch Stepanakert, die Hauptstadt von Berg Karabach. Berg Karabach ist ca. 70 km entfernt und Aserbeidschan nur 10 km.

 

Die Gegend war schon in der Stenzeit besiedelt, Anfang des 19. Jhdts kam es zu Russland und die haben dann mit Hilfe eines deutschen Architekten die neue Stadt gebaut, hübsch im Schachbrettmuster.

Schachbrettstadtplan Goris

Es kommen ganz gerne Touris her, die Stadtumgebung hat mächtig was zu bieten und es ist ein guter Ausgangspunkt für Besichtigungen in der Region. Es wurde ein wenig investiert, das Stadtbild aufgehübscht und es gibt auch nette Unterkünfte.

 

Den Resttag verbrachte ich mit der irrigen Annahme meine Sonnenbrille verloren zu haben und dem Erwerb einer neuen (und zurück in der Unterkunft habe ich meine sofort entdeckt….) sowie etwas herumgelaufe.

 

Für den nächsten Tag stand dann der „Old Goris Walk“ auf dem Programm auch eine Tour von HikeArmenia ausgearbeitet. Erste Überraschung: bedecktes Wetter! Seit Tbilisi hatte ich das nicht mehr. War aber bestens geeignet für den Tag.

 

Zuerst ging ich aus dem Zentrum raus und da war es noch nicht so aufgehübscht.

Sandstraße
Brotkäufer

 

Kurz vor dem Start hockten 2 Hunde vor ihrem Haus, bereit es gegen Feinde zu verteidigen und schwups ging auch schon das Gebelle los, als ich mich näherte. Aber die Besitzer waren nett, waren Fressi vom Balkon und die Hunde vergaßen die Verteidigung und widmeten sich der Mahlzeit.

 

Startpunkt war beim Friedhof. Ich zögerte meinen Start dann sehr heraus, weil ich so fasziniert war und hierhin und dorthin bei den Gräbern sprang um die „Besten“ abzulichten. Das hatte ich ja noch nie gesehen, dass die Toten auf dem Stein „eingezeichnet“ wurden! Hier zwei Beispiele:

 

 

Und dann stieg ich ein in die Wunderwelt der Sandsteine! Die tollsten Formationen gab es zu entdecken! Ich hoffe, ich langweile nicht so mit meiner Stein(Knips))Begeisterung. Aber einige der vielen Bilder muss ich hier jetzt loswerden!

 

 

 

 

 

Hier noch was mit der Stadt im Hintergrund:

 

Mhm, ich hätte noch zig weitere Varianten, aber das wäre wohl doch Zuviel. Oder doch noch was mit Silhouette?

 

In und bei den Steinen lebten noch bis in die 60er Menschen. Aber dann fanden sie wohl die anderen Häuser doch bequemer.

 

Eigentlich sollte man für die Rundtour nur 1,5 Std. brauchen, aber mit meinem ganzen Hin und Hergespringe, gucken und knipsen war es dann doch schon Nachmittag und ich hungrig.