Kharu – Kloster, Kater und Kochen

18. Juni 2026

 

 

In Kharu haben wir uns einiges vorgenommen, nämlich lauter Erlebnisse zu haben und diese zu filmen. Von daher gibt es hier tatsächlich eher weniger Bilder. Kharu kennt man eigentlich nur als einen Stopp mit vielen kleinen (Fernfahrer)Lokalen und Geschäften am Abzweig Richtung Pangong oder Upshi und einem der größten Armee Camps direkt dahinter. Klingt nicht so einladend. Aber wenn man die Straße Richtung Pangong fährt und bald darauf abzweigt, kommt man in einen Talteil mit viel Dorf und keinen Reisenden. Und von hier aus kann man ziemlich viel machen und erleben.

 

Als erstes sind wir zu dem hiesigen Kloster gefahren. Das ist eigentlich in Gehentfernung, aber da auf der Strecke aggressive Hunde herum lungern und wir beide Bisserfahrungen haben, sind wir lieber im Auto gefahren. Das Kloster wird nur von einem Mönch betrieben, der aber unterwegs war für Rituale bei Dorfleuten. Wir hatten vor, Butterlampen anzuzünden. Ich hatte das in Zanskar gemacht für einige FreundInnen, die mit Operationen und so zu kämpfen haben. Und dann dachte ich, dass ja fast alle gerade irgendein Problem haben und ein paar gute Wünsche brauchen könnten. Und für die haben wir einige Butterlampen angezündet. Diese sind in einer Art Schrank aus dem man sich bedienen kann. Sogar ein Kanister Wasser und Seife für die Reinigung stehen bereit. Weil man die Butterlampen total sauber machen muss. Blöderweise ist tatsächlich alles auf Video. Es gab da noch einen alten Mann, der einige Male das Kloster umrundete und die Gebetsmühlen drehte. Ansonsten waren eher kaum Leute unterwegs.

 

 

 

 

Nebenan gab es etwas erhöht noch einen heiligen Platz mit einem kleinen Raum, wo ein Mönch Puja machen kann.

 

 

 

 

Von dort gab es einen Blick zu alten verlassenen Häusern hin. Und einer Art altem Klostergebäude darüber. Diese verlassenen alten Häuser und viele Neubauten scheinen mir immer mehr zu sein. Also Neubauten sowieso, aber früher schien mir, es hätte weniger Ruinen gegeben. Wobei man auch früher Häuser eher neu gebaut hat als sie über Jahrhunderte erhalten zu können. Also hin!

 

 

 

 

 

 

 

Schon schade, dass man das nicht irgendwie erhalten bekommt. Inzwischen gibt es ja bessere Restaurierungsmethoden. Das alte Klösterchen war leider im Hauptraum verschlossen, aber wir konnten bisschen durch das Fenster spähen und unten in einen Raum mit altem Herd rein.

 

 

 

 

 

Ich glaube, die Bilder sind nicht wirklich spannend anzuschauen, aber das Herumgucken in verlassenen Gemäuern bringt mir tatsächlich ziemliche Freude. Ich hoffe immer, was zu entdecken – und wenn es eben so ein alter Herd ist. Und ich stelle mir gerne vor, wie das hier wohl mal belebt ausgesehen hat.

 

Mittags haben wir den eigenen Herd angeschmissen und Momos gemacht mit einer sehr leckeren Füllung aus Zwiebeln, Weißkohl, Soja-Granulat und Paneer. Sehr lecker! Teig kneten hab ich prima hingekriegt, aber an diese eleganten Faltungen versagen meine Finger. Ich glaube, ich gebe es auf und bau die einfach auf meine Art zusammen. Hab ich nämlich aus diesen Gründen nie daheim gemacht. Aber solange sie schmecken ist die Form vielleicht auch egal? Dafür hat Tsering Dolma viele schicke Formen produziert.

 

 

 

Dann haben wir nur noch den Garten angeschaut. Da wachsen viele Gemüses und es gibt ein großes Feld mit Senf. Leider wollen die Blumen nicht so wie zB im Vorjahr, wo sie um diese Zeit schon wild am blühen waren. Auch diverse Bäume wollen nicht ganz so wachsen wie erhofft. Mir scheint, es ist eine ziemliche Wissenschaft für sich, dieser ganze Anbau. Und besonders wenn man mit was Neuem kommt.

 

 

Viel dabei und überhaupt oft in der Nähe: Candy, ein wild herummautzender Kater. Ich hab noch nie ein Katzentier so wahnsinnig viel Geräusche von sich geben gehört. Man denkt andauernd, er will was, aber versteht nicht was.  Weil egal was man tut, er hört mit den Gejaule nicht auf. Selbst beim Futtern gibt er Töne von sich. Und beim Streicheln bekommt man ihn zum Schnurren – und trotzdem wird da weiter gejault.

 

 

 

Komischerweise klingt mir der Tag in meiner Beschreibung nicht so schön als wie ich ihn empfunden habe. Aber so ist das wohl manchmal. Während dieser ganzen Tätigkeiten und so haben wir uns viel erzählt. Die Lebens- und Familiengeschichte von Tsering Dolma ist schon sehr spannend. Und wieviele Verwandte sie hat! Aber ich schlage tatsächlich vor, lieber selber zu ihr hin zu reisen.

 

Was mich aber tatsächlich beschäftigt, ist das anhaltend trübe Wetter. Ich bin schon fast 3 Wochen in Ladakh und die schönen Sonnentage, die ich von früher gewöhnt war, sind sowas von rar! Manchmal startet es Morgens ganz hübsch oder heitert abends auf, aber so durchgängig: Ist nicht. Von daher bin ich nicht undankbar, dass ich das Trekken nach hinten verschieben muss.

 

Und wen mein Rücken interessiert: dieser Tag war noch beschwerlich, aber am nächsten waren die Schmerzen fast fort! Ich glaube, Frau Physio hat Wunder bewirkt!