
Nach einer guten Nacht im wohligen weichen Bett sind wir gestartet. Ein Foto unserer gesamten Reisegruppe wird es erst später geben. Wir haben ein robustes Auto und in dem sind Fahrer Sankar, Guide Laxmi, ihr Sohn Dipsan und wir 3 Touris.

Die ersten 100 km gab es ein prima Straße, die recht leer war. So grün wie es sich hier präsentierte, hatte ich diesen Teil Nepals nicht in Erinnerung. Es gab allerdings wenig, wo uns ein Fotostopp lohnenswert schien. Außer bei einer sehr hohen und sehr langen Hängebrücke.



Die Wolken hingen tief, aber richtiger Regen kam da gar nicht so oft raus. Einmal haben wir getankt.

Dann wurde die Straße schlechter bzw. es wechselten sich immer etwas schlammige holperige Abschnitte mit fein geteerten ab. Bei den Straßenarbeiten wurden Abschnitte oft mit einer Art Bettlaken zugedeckt. Keine Ahnung, was das genau ausmacht.

Und dann saßen alle fest. Ein Truck hatte sich festgefahren oder ihm war zuviel Matsch vor den einen Vorderreifen gerutscht, jedenfalls konnte er sich nicht mehr befreien. Auch nicht mit Hilfe vieler Hilfswilliger. Polizei und Armee kam und dann auch einer, der einen nahen Bagger bedienen konnte und dann wurde da gemacht und getan – und nach 2,5 Stunden war der Truck wieder frei und der Verkehr konnte wieder rollen.




Wir waren an dieser Gefahrenstelle, wo man nie weiß, ob nicht noch mehr runterkommt (es kam auch ein größerer Stein gepoltert, der aber niemandem schadete) vorbei gelaufen und warteten auf der anderen Seite auf unser Auto. Es war zur Mittagszeit (unser Mittagsessensziel war nur 20-30 Fahrminuten entfernt) und ich bekam voll den Hunger. Schoki und Kekse waren im Hauptgepäck auf dem Autodach. Lerneffekt: man sollte immer einen Vorrat griffbereit haben!
Somit fuhren wir dann die letzte Strecke zum Lokal und bekamen dann eine Mahlzeit.



Danach hatten wir endlich eine Sehenswürdigkeit: einen spektakulären Wasserfall! Da haben nicht nur wir sondern auch andere gehalten und rumgeknipst.


Weiter ging es die Straße entlang und die Landschaft wurde etwas dramatischer.



Apropos dramatisch: in der Nacht sickerte schon durch, dass es am Broad Peak eine Lawine gegeben hatte, wo 10 Bergsteigende wohl verschüttet wurden. Dabei war auch Nirmal Purja, quasi ein nepalesischer Volksheld. Die Bestürzung war groß. Man verfolgte den ganzen Tag die Nachrichten und hoffte und hoffte, aber am Abend war die Hoffnung gestorben. Die Leiche von ihm war zwar noch nicht gefunden, aber die Überlebenschancen bei 0. Am Ende des Folgetages war dann die Gewissheit da, man hatte seinen leblosen Körper geborgen.
Unser Ziel war Naurikot auf 2.700 m Höhe. Prima für die Akklimatisierung und ein Ort, wo es mehrere Aktivitätsmöglichkeiten gab.

Man musste ein kleines Stück den Berg hochfahren und war dann in einem traditionellen Thakali-Dorf. Hier hatte es 2 Lodges und ein Schick-Hotel. Die Besichtigung der ersten lodge war so abtörnend, dass wir sogleich nach dem Hotel fragten. Das war sehr hübsch gestaltet, aber überteuert und leer. Aber der Manager legte sich ins Zeug, wir handelten einen absoluten Nebensaison-Preis raus und blieben. Leider ist die Unterkunft wirklich überteuert, würde sie die Hälfte kosten, wäre das ein tolles Angebot. Der Besitzer, ein Osho-Anhänger aus Kathmandu, hatte sich hier wohl einen Traum erfüllt, der interessanterweise auf japanische Kundschaft abzielte. Die kamen auch, meditierten, machten Yoga und anderes Zeugs. Der Besitzer freute sich und machte weitere Pläne für ein im Wald gelegenes spezielles Meditationszentrum, welches sich im Bau befand.
Manager, Kellner und Koch kümmerten sich wunderbar um uns. Ein weiteres ungeknipstes Highlight war für mich eine kuschelige Federbettdecke!




Wir machten aber erst nochmal einen kleinen Spaziergang durch das Dorf die Straße rauf und wieder runter.



Es gibt viele Felder, einige Häuser, eine Schule und sehr viel Aussicht, die aber wolkenverhangen war. An sonnigen Tagen sieht man den Dhaulagiri und die Nilgiri-Berge.



Und dann war es Abend und Essenszeit. Von manchen Lodges kennt man die Kohlebecken unter dem Tisch – hier war es sehr schick arrangiert mit einer wärmespeichernden Deckenumrandung, so dass die Wärme uns alle wohlig die Beine raufkroch.



Das Essen schmeckte lecker, ich sank ins Bett und schlummerte sofort ein – gespannt auf den nächsten Tag.