Thikse-Chemday-Leh – Freunde, Regen, Bilder

20. – 26. Juli 2026

 

 

Am Montag änderte sich mein Leben hier etwas. Ich bekam Gesellschaft. Viel Gesellschaft. Ich bin morgens mit Spalgon zum Flughafen gefahren und dort haben wir meine Freundin Andrea und ihre Reisegruppe abgeholt. Sie reisen zu siebt und überwiegend selbstorganisiert. Nur den Anfang, den habe ich arrangiert. Ich war keine Reiseleitung, aber ein bisschen ließ sich das nicht vermeiden. Außer ihren Mann kannte ich den Reisegruppenrest eher nicht. Andrea war als einzige schon mal in Ladakh gewesen, aber das war viele viele Jahre her. Da haben wir uns damals kennen gelernt. Und damit sie nicht alle gleich den vollen Stadtschock bekommen, dachte ich, es ist eine gute Idee in Ruhe anzufangen und so fuhren wir ins Gästehaus des Nonnenklosters Nyerma.

 

Dort leben nur noch ca. 5 alte Nonnen und es sieht ein bisschen traurig aus. Das Gästehaus war zwar noch ordentlich in Schuss und zwei supernette Herren aus Himachal Pradesh kochten und bewirteten uns ganz phantastisch (sie kochen auch für die Nonnen), aber das ganze Gelände wirkte etwas ungenutzt und „tot“. Früher war hier so viel lebendiges Leben, aber jetzt war nicht mehr viel davon übrig. Das hat mich traurig gestimmt.

 

Auch das Wetter war traurig. Es hatte in der Nacht schon ziemlich geregnet und auch für die nächsten Tage waren viele Wolken und weiterer Regen angekündigt.

 

 

 

 

 

Der erste Tag war Ruhe angesagt, am zweiten sind wir nach Thikse gelaufen. Dabei kamen wir nicht so schnell vorwärts, da wir zu einem Tee in ein neu gebautes großes Haus eingeladen wurden. Voll nett und quasi wie früher.

 

 

 

 

 

Es ist wirklich imposant, wie groß und schick gebaut wird! Und wie wenig Leute dort wohnen – hier waren daheim: sie, ihr Mann und seine oder ihre Mutter. Und getanzt haben wir dann auch noch. Perfekt für den Ladakh-Einstieg!

 

Dann gingen wir weiter die Straße nach Thikse, die auch im Sommer zum Glück nur wenig befahren war. Aber interessant ist schon, wie auf dem ehemals völlig leeren Land lauter Grundstücke entstanden waren und immer mehr gebaut wurde. Außerdem trafen wir einen fahrenden Händler mit Elektronik-Kram. Früher gab es eher wandernde Händler mit Bettwäsche und Teppichen und so – das hatte sich also auch geändert.

 

 

 

 

 

In Thikse haben wir nur ein bisschen das Kloster besichtigt. Es hat sehr viele Räume und auch sehr sehr viele Besuchende. Und es gab einen Eis-Verkaufs-Kiosk.

 

 

 

 

 

Wir haben unten etwas gefuttert und das Wetter sah nicht so gut aus. Aber schön für ein Bild.

 

 

Und auf dem Rückweg war es dann soweit: es regnete.

 

 

 

 

Am nächsten Tag war es weiterhin feucht und wir starteten nach Chemday zur Klosterbesichtigung. Was für ein Gegensatz zu Thikse – hier war fast niemand. Dafür haben je 1 Mönch Puja gemacht.

 

 

 

 

Im Winter hatte ich schon angefangen, in dem einen Raum die Wandmalerei-Gesichter zu fotografieren. Diesmal stellte ich fest, dass da noch viel mehr waren und die habe ich dann auch geknipst. Ich finde es einen ziemlichen Reichtum an speziell aussehenden Malereien. Sorry, die ordentliche Galerieansicht funktioniert nicht auf dem Handy

 

 

Danach waren wir bei Tsering Dolma in Kharu zum Mittag und Plaudern und Garten-gucken. Blöderweise habe ich fast keine Bilder dabei gemacht. Aber es war total schön, den Leuten ein bisschen ladakhischen Lebensalltag zu zeigen.

 

 

 

Danach fuhren wir nach Leh und ein Unglück nahm seinen Lauf und konnte dann doch abgewendet werden. Die vorgebuchte Unterkunft (von Overland Escape) war nicht gut. So gar nicht. Die Gruppe hatte genau dieselben Beschwerden, die ich hier oftmals habe: fehlende Herzlichkeit, fehlende Liebe zur Unterkunft, fehlende Sauberkeit, fehlende Mühe. Blöderweise kannte ich die Unterkunft nicht und hatte sie auch nicht vorab angeschaut. Wir sind dann rumgelaufen und haben einen Ersatz gesucht – und wurden fündig! Jetzt ist die Gruppe richtig richtig glücklich in einem der saubersten hiesigen Häuser, wo man sich nicht nur Mühe gibt, sondern auch alles wirklich gut pflegt und sich um die Gäste liebevoll kümmert. Das hat mich sehr erleichtert, dass es doch noch ein gutes Ende nahm! Und netterweise muss auch kein Storno bezahlt werden. Wir hoffen alle, dass es Ansporn ist, sich zu verbessern!

 

Auch in Leh zögerte das Wetter sehr, sich zu verbessern. Aber die Laune war trotzdem gut.

 

 

Wir haben einen Rundgang mit sehr vielen Erledigungen und bisschen Shopping gemacht.

 

 

Wir haben lecker gegessen und halblecker und sind zur Sankar Gompa (die geschlossen war), haben wilde Hunde bei ihren Revierkämpfen beguckt und abends gespielt. Dabei habe ich haushoch verloren. Und dann sind sie am nächsten Tag in das Nubratal gefahren. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass private Grüppchen unorganisiert gemeinsam reisen können. Ich glaube, da muss man wirklich gut miteinander können und einem einiges egal sein. Bewundernswert.

 

 

Dann war ich also wieder etwas allein und habe nicht viel gemacht. Ich bin ein wenig herumgelaufen, habe tüchtig gegessen, war ein wenig mit meiner Guesthousebesitzerin beisammen, habe gestaunt, wie die Flüsse hier angeschwollen sind, habe neue Schlüpper gesucht (2 sind bereits kaputt und Nr. 3 schwächelt auch schon), ein Buch ausgelesen und einfach zwei recht ruhige Tage verbracht.

 

 

 

 

 

 

 

Und dann hat mich noch ein kleines „Fotofieber“ ergriffen und ich habe spezielle Motive gesucht und bin ein wenig fündig geworden.

 

 

 

Und so ist nun erst einmal Abschied von Ladakh angesagt. Morgen fliege ich nach Delhi und überübermorgen nach Kathmandu. Vorsichtshalber Flugpuffer eingebaut, man weiß ja nie.  Da es mir gesundheitlich weiterhin nicht so super geht, d.h. Kurzatmigkeit, trockener Husten und Daddeligkeit, bin ich nicht unfroh um die Abreise und nach Nepal werde ich zurück in Delhi meine Lunge und Bronchien untersuchen lassen. Erstmal bin gespannt, ob die neue Höhe Auswirkungen hat. Das hat mir den Aufenthalt schon ein wenig frustriert, wollte ich doch so gerne in den Bergen herumspringen und neue hohe Pässe erkunden. Aber was nicht ist, ist halt nicht. Und ich merke wieder einmal, wie wichtig es ist, alles eher eher zu machen als zu lange zu warten. Aber ich habe ja auch schon viel erlebt in meinem Leben und somit bin ich nicht zu doll gefrustet.