
Zwischen dem Indus- und dem Markhatal liegt eine Bergkette, in der sich auch mehrere 6.000er befinden. Ein beliebter Trek war immer der Markha-Trek, wo man quasi diesen Bergstock umrundet. Seit dem Straßenbau ist dieser Trek nicht mehr so attraktiv. Dafür sollte es auch Pfade dazwischen geben und die wollte ich erkunden. Damit gibt es mehrere Kombi-Möglichkeiten, wie man einen Trek in diesem Gebiet gestalten kann. Der Plan war dieser:


D.h. von Meru nach Rumbak in 6 Tagen mit 5 Pässen. Das war in Mapy hübsch eingezeichnet und ich hatte auch noch etwas Videomaterial dazu gefunden. Allerdings ging der Plan nicht auf und die Tour gestaltete sich anders. Das zeichnete sich schon an Tag 1 ab. Aber erstmal von Anfang an!
Tandar, den ich schon seit Jahren kenne, hatte mir einen Pferdemann besorgt und fuhr mich morgens samt meinem Gepäck zum Startpunkt in Meru. Das ist ein Dorf unweit von Upshi, wo man auf den Leh-Manali-Highway abzweigt.




Wie man sieht, war es recht bewölkt. In Meru zweigten wir ab und bald nach dem Ortsausgang standen da auch schon die Pferde – und 2 Pferdemänner! Einer sprach etwas englisch und sollte nach paar Tagen wieder verschwinden (seine Schwester war gestorben und es gab Beerdigungsrituale), der andere konnte null englisch.

Bevor es losging, musste ein Pferd aber erstmal neu behuft werden und das machte Tandar, der früher auch als Pferdemann arbeitete und weiterhin ein absoluter Pferdeexperte ist.


Hier haben wir meine beiden Begleiter: Sidhar ist Tibeter und Nachbar von Tandar, Chamba ist Ladakhi und aus einer Nomadenfamilie am Tsomoriri-See. Beide kannten sich, lächelten viel und schwätzten auch gut miteinander. Mit ihnen konnte ich mich gut wohlfühlen.

Während sie sich um die Pferde und die Beladung kümmerten, startete ich schon mal das Tal hinauf.

Und es war schon interessant: Ladakh kam mir bisher ja viel zu voll und rummelig vor – und kaum hatte ich ein paar Schritte in die Landschaft hinein gemacht, war da auch gleich die Bergeinsamkeit, die ich so toll finde. Dabei war ich ja wirklich nur kurz von der Straße weg. Aber sogleich war ich inmitten dieser großen Natur und freute mich.



Das Wetter war zwar durchwachsen, sorgte damit aber auch für tolle Licht- und Schattensituationen. Ich stapfte also immer stetig bergauf und bald kamen auch schon die Pferde an und überholten mich. Wir hatten die Vereinbarung, dass die Pferdemänner immer mal wieder nach mir schauen würden – und das war tatsächlich viel nötiger als gedacht. Zwar gab es einen eingezeichneten Pfad, aber dem folgten wir gar nicht immer. Und es gehen auch recht wenig Leute diesen Teil und so gab es manchmal keine leichte eindeutige Wegführung.









So viel schöne Landschaft! Es war zwar auch viel blauer Himmel, aber gerade während meiner Mittagspause kamen einige Regentropfen runter und ich packte schneller wieder zusammen als geplant.

Es ging immer weiter nach oben und an einem Punkt zweigten wir von dem eingezeichneten Pfad in ein Nebental ab. Hier gab es auch ein Hirtenlager, wo aber niemand war und es auch nicht aussah, als würde sich dort noch jemand wieder einrichten.


Oberhalb davon war ein schön gelegener Campingplatz. Und so schlief ich die erste Nacht auf 4.300 m statt der geplanten 4.060 m.

Die Trekkingorga war folgendermaßen: Ich hatte ein Zelt mit 2 dicken Matten (die vom Büro haben mir die eingepackt, sie meinten, ich müsse besonders weich und warm liegen). Eigentlich wollte ich das Zelt alleine aufstellen, aber es war ein größeres Model als was ich kannte und damit für mich alleine gar nicht so gut handhabbar. Zusammengerollt hat es auch immer ein Pferdemann, meine kleinen zarten Hände kriegen das einfach nicht so gut zusammen gedrückt.
Dann hatte ich Gemüse, Reis usw. eingekauft und bestellt, dass man mir das Abendessen kochen würde. Und einen Nachmittagstee. Morgens hatte ich Müsli und brauchte da nur etwas heißes Wasser und für Lunchpaket hatte ich auch selber gesorgt. Mahlzeiten gab es also immer im Pferdemannzelt.

Mein Zelt war der übliche Touri-Luxus, aber Rest war eher einfach und das gefällt mir so viel besser. So gibt es eben auch nicht so viel Abstand zwischen mir und „dem Personal“. Zwar zögerten sie öfters, wirklich gemeinsam mit mir zu essen, aber ich konnte sie überzeugen, dass das in Deutschland absolut üblich wäre und so wurde auch hier etwas Abstand verringert. Aber nichtsdestotrotz bin ich eben doch eine Westlerin, die gewisse Annehmlichkeiten braucht. Und ich könnte nie diese furchtbaren Kerosinkocher und Dampfkochtöpfe beherrschen. Aber ich glaube, so geht es für beide Seiten ganz gut mit Nähe und Abstand. Nur dass ich einfach nicht gerne Unmengen von Salztee trinke, das sorgte für Verwunderung und er wurde mir auch ständig wieder angeboten. Die beiden tranken tagsüber eher nichts und im Camp dann aber massig, während ich täglich 2 l Wasser mit mir rumschleppte und leerte.
Ich machte noch einen Spaziergang das Tal weiter hinauf, freute mich an den Blümchen und der Natur, gewöhnte mich daran, keinen Handyempfang mehr zu haben und dafür aber viel Stille


Ich war froh, endlich wieder das Trekkingleben zu haben, weswegen ich u.a. auch hergekommen war!