Trekkingtag 6: Matho Phu -> Matho – Das dicke Ende kommt zum Schluss

2. Juli 2026

 

 

Der Pferdemannkumpel hatte die kräftigsten Hände und die beste Technik, die Schlafmatten zusammen zu rollen. Übrigens sieht man hier auf diesem Foto etwas, dass Chamba ein Hörgerät trägt. Er ist der erste Ladakhi bei dem ich eines gesehen habe.

 

Ich bin dann schon um 6:30 los wegen dieser Flüsse – und konnte tatsächlich noch gut über die ersten 3 springen. Allerdings hab ich ein bisschen den Weg verloren und bin unwegsam herumgekraxelt. Aber das machte nix. Es kam kurz die Sonne raus und tauchte das Lager der Jungs mit den 1.000 Ziegen in schönes Licht.

 

 

 

 

 

So langsam nahten die Pferde von hinten an. Und dann ging es in eine Art Schlucht hinein. Das war total schön dort und faszinierend zu gucken – aber ich habe keine wirklich tollen Bilder hingekriegt. Außerdem war weiterhin Eile angesagt.

 

 

 

 

 

 

Wir mussten jetzt doch ziemlich oft durch den Fluss, aber ich hatte meine Schlappen dabei (die besser hielten als gedacht) und das Wasser ging mir nur bis etwas über das Knie. Zwischen manchen Querungen behielt ich sie an den Füßen und wunderte mich, wie gut ich damit sogar wandern konnte. Chamba half mir immer über die Flüsse bzw. wies mich an, wo zu queren sei und schaute, dass ich sicher rüberkam. Sehr nett. Nur war leider keine Pause gestattet. Irgendwann kamen wir zu einer Art Einsiedelei mit vielen Gebetsfahnen usw. und einem Mann, der sich mit den Butterlampen beschäftigte.

 

 

 

An einer Stelle gab es eine Art spezielle Brücke für Menschen, die mochte ich.

 

 

Und es ging weiter und weiter und irgendwann schienen die Flussquerungen vorbei.

 

 

Chamba wollte trotzdem nicht so gerne pausieren und dann kam es zu einer Zwangspause meinerseits. Mir schoss auf einmal das Blut aus der Nase. Und wie! Es wollte überhaupt nicht aufhören und tropfte und floss. Ich hoffte, es mit Klopapierpröppeln zur Ruhe zu bringen aber nix da, diese sogen sich nur voll und es tropfte wieder wie blöd. Kopf aufrecht ging nicht, das Blut floss gleich in den Rachen und ich spukte dann auch Blut. Es kamen Blutpfropfen raus, nach denen es sonst immer aufgehört hatte, aber hier nicht. Ich war verzweifelt. Was tun? Der Fluss war ein bisschen weit weg, aber irgendwann war der Blutfluss etwas weniger stark, dass ich es schaffte, dorthin zu gelangen. Und das kalte Wasser schaffte dann einen Stopp. Ich hatte über 20 min heftig geblutet, das war bisschen zu viel.

 

 

Zum Glück war ich fast unten. Ich ging danach nur noch sehr langsam und vorsichtig und mir war auch etwas schwindelig. Um 2 Ecken kam Chamba an, der mich vermisste. Und der dann sehr besorgt war. Weiter unten trafen wir noch 1 Mönch mit freiem Oberkörper, sonst war niemand unterwegs. Und tatsächlich gab es keine Flussquerungen mehr, aber ein bisschen unwegsames Gelände. Und nach ca. 1 Stunde war die Straße erreicht.

 

Spalgon kam angerast. Chamba hatte angerufen (so wie Empfang war) und gemeint, man müsse mich schnell retten und ins Krankenhaus bringen. Als ich blutend da saß und es so gar nicht aufhören wollte, fragte ich mich wirklich, wann mich jemand entdeckt hätte und wie ich dann nach unten gelangt wäre. Und war froh, dass es nicht weiter oben oder in viel einsamerer Landschaft passiert war.

 

Der Blutverlust war tatsächlich zu hoch, mir war sehr daddelig und kurzatmig und trockenhustig. Ich vermied aber das Krankenhaus und hoffte auf mein Zimmer und die dortige Ruhe. Ich war sehr froh, dort anzukommen, mich zu duschen, die dreckige Kleidung in den Wäschesack zu werfen und mich in das saubere Bett zu legen. Sollte noch was sein, war das Krankenhaus ja nicht so weit. Zivile Infrastruktur ist schon fein!

 

Und das Fazit zum Trek? Es war sehr gut, einen Einblick zu bekommen. Die gegangene Strecke ist landschaftlich vielfältiger, einsamer und schöner als gedacht. Und eben auch seltener begangen. Sie bietet viele Kombimöglichkeiten an Tourenlängen, -varianten und -kombis mit Markha-Valley und den 6.000ern. Gut, dass ich jetzt einen Teil kenne!