Tahan – Micky Mouse, Katzen und viel dazwischen

29. Mai 2026

 

 

Bereits beim vorherigen Zanskaraufenthalt in 2024 war ich bei Stanzin in Tahan und auch diesmal hat er mich eingeladen. Wir verabredeten uns in Padum und Lameth hat mich hingefahren. Es war noch etwas Zeit. Zuerst mussten wir an diesem Wandbild stoppen und ich musste es fotografieren. Wie kann man die tanzend-lachende Micky Mouse neben dieses buddhistische dämonische Wesen setzen? Der Maler sei zanskarberühmt – aber wieso diese Zusammenstellung? Das wusste Lameth nicht.

 

Ich fühle mich ja immer bemüßigt Unterkünfte zu gucken. Und Lameth schwärmte so vom Guru View Homestay in Pibiting, da sind wir dann hin. Und er hatte recht! Ich war auch begeistert. 5 Zimmer, an einem weiteren wird gebaut, eine kraftvolle freundliche Gastgeberin, bequeme Zimmer und ein traditioneller gemütlicher Speiseraum. Sie ist momentan immer eher voll belegt. Kein Wunder. Ein Inderzimmer war schon abgereist und ich durfte es in ungemacht gucken. Ich konnte nicht widerstehen, zu knipsen. Es gab einen offensichtlichen Papierkorb. Was verleitet die Gäste dazu, den Müll trotzdem auf dem Teppich zu verteilen? Sie seufzte – ja, so wären leider viele.

 

 

 

 

Drumherum und in Padum ragten so viele Baustellen in die Höhe, es wurden Maschinen bewegt, gesägt, gehämmert, gemalt, gemauert und was weiß ich, was man alles so beim Bauen macht. Die meisten (indischen) Gäste bleiben tatsächlich nur 1 bis 3 Nächte in Zanskar. Es hat so was von Durchgangsgebiet, was dem absolut nicht gerecht wird.

 

 

Dann gab es eine nette Verabschiedung von Lameth – kann sein, dass wir uns wiedersehen. Als Guide kann ich ihn jedenfalls weiter empfehlen. Und ich bin gespannt, was er noch so austüftelt, was Wanderungen in Zanskar angeht.

 

Mit Stanzin bin ich erstmal eine heiße Zitrone trinken gegangen und dann haben wir Gemüse eingekauft.

 

 

Auch wenn das Gewächshaus ne Menge hergibt – vieles ist noch nicht fertig und so besorgt man sich gerne Zusatz in Padum.

 

Auf dem Weg nach Tahan habe ich endlich die Gelegenheit genutzt, einen Mandir zu fotografieren! Jedes Dorf in Zanskar und Ladakh hat so eine kleine Krankenstation, wo die Leute mit westlicher Medizin behandelt werden. Die hießen früher PHCs/Sub Centres und wurden jetzt von der Regierung alle in Ayushman Arogya Mandir umbenannt. Mandir kennt man Hindi-Wort für Tempel. Das scheint ziemlich unpassend zu sein, eine Krankenstation ist doch kein Tempel! Alle Einheimischen fanden das doof, aber mehr war aus denen nicht rauszukriegen. Ich habe ChatGPT gefragt – hier die Antwort:

 

„Das war keine lokale Entscheidung von Zanskar oder Ladakh, sondern Teil einer zentralen Umbenennung im indischen Gesundheitssystem. Viele frühere Health & Wellness Centres, Sub Centres und PHCs wurden ab Ende 2023 offiziell in „Ayushman Arogya Mandir“ umbenannt. Die Idee der Regierung war: Die Einrichtungen sollen nicht nur Krankheiten behandeln, sondern als Orte umfassender Gesundheitsvorsorge und Wellness verstanden werden. Der Begriff „Mandir“ (= Tempel) wurde dabei bewusst gewählt – sinngemäß als „Tempel der Gesundheit“. Kritiker sahen darin aber eine religiöse Aufladung staatlicher Einrichtungen. Gerade in Ladakh gab es deshalb ungewöhnlich breiten Widerstand: Sowohl buddhistische Organisationen als auch muslimische Gruppen protestierten und argumentierten, Gesundheitszentren sollten neutral benannt sein und lokale Sprachen berücksichtigen. Interessant für Ladakh speziell: Der Widerstand war so stark, dass im Bezirk Leh lokale Gremien vorgeschlagen haben, den Begriff „Mandir“ wieder zu streichen und stattdessen Bezeichnungen in der lokalen Sprache (Bhoti) zu verwenden. Teilweise wurden Schilder danach auch angepasst.“

 

 

Auch Stanzin hat ein neues Gewächshaus. Er hatte Forstwirtschaft studiert (was für Zanskar eine lustige Idee ist – es hat sehr wenig Bäume dort) und sowieso ein gutes Gespür und Wissen um Pflanzen.

 

 

 

Auf einem Grundstück hat er auch Bäume – aber das dauert eher Jahre/Jahrzehnte, bis man was mit denen anfangen kann. Das Haus war auch in Veränderung wie viele Häuser in Zanskar. Man macht es sich bequemer und hübscher und baut an und um. Es ist das rechte.

 

 

Hier ist mein Bericht vom vorherigen Besuch:

Faxen – Tungri und Tahan

Und es passierte wieder genau das selbe: Seine Frau begrüßte mich, ich fragte, wie es ihr gehe und sie jammerte nur rum und beneidete mich und ich fühlte mich wieder hilflos. Weiterhin keine gute Strategie für mich gefunden, damit umzugehen.

 

Auch habe ich daheim ziemlich viele FreundInnen/Bekannte, denen es nicht so gut geht gerade. Einerseits fühle ich mich auch damit doof, hier so viel rumturnen zu können – und andere eben nicht. Andererseits habe ich einen noch größeren Drang, hier herumzuturnen, so lange es noch geht. Was soll man sonst mit seinem Leben also es so gut es geht zu genießen? Aber ich habe auch nochmal nachsinniert, wie das früher war, als es ganz früher gar kein Internet gab und später dann nur E-Mails – im Gegensatz zu jetzigen Chatmöglichkeiten. Ich glaube, früher hatte ich mehr Abstand – weil ich vieles gar nicht so schnell mitbekommen habe. Und jetzt sind mir viele Leute viel näher, weil ich täglich mit denen Kontakt haben kann. Und so ist definitiv auch immer ein Teil von mir daheim. Oder daheim ist hier.

 

Für einige Leute daheim hatte ich die Idee, dass es doch ganz schön wäre, eine Butterlampe anzuzünden. Ich wollte sowieso die Tour zu einer Einsiedelei hoch oben über dem Tal machen und Stanzin hat Utensilien mitgenommen. Die Tour war toll, aber nicht ganz erfolgreich. Es ging eine Gehstunde nach oben und am Berghang entlang und da war dann die Meditationshöhle. Aber wir konnten nicht wirklich hin! Das letzte Stück vor dem Eingang war weggerutscht im Winter und man hat es noch nicht wieder hergestellt. Das wird sicherlich noch passieren, da die Dorfleute den Ort schon noch nutzen. Aber auch ohne die Höhle war die Tour phantastisch mit wahnsinnigen Blicken über die Täler!

 

Hier die Bilder:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Etwas ausgesetzt war der Weg schon, ging aber. Auf jeden Fall eine Empfehlung wenn man Zanskar mit bisschen mehr Zeit bereist. Und diesmal hat Mapy alles wieder brav aufgezeichnet:

 

 

Außer dass ich nicht weiß, wann ich mal max. 15 km/h gerannt sein soll. Vielleicht bekomme ich nochmal Gelegenheit, die Höhle zu gucken. Auf jeden Fall dachte ich, dass es am nächsten Tag eine Gelegenheit geben würde, die Butterlampen zu entzünden.

 

Beim vorigen Besuch hatte ich eine Katze kennengelernt – die gab es immer noch. Zusammen mit einer zweiten. Aber die hingen total an Stanzin und wollten und wollten nicht mit mir spielen oder kuscheln.